OpenFace - Lebensgeschichten aus der Psychiatrie


Foto: Patrick Sheándell

Psychische Erkrankungen, ihre Ursachen, Folgen und Auswirkungen haben in den letzten Jahren zunehmend Interesse und einen Platz in der Berichterstattung der Medien gefunden. Wir wollen einen Schritt weitergehen und als Betroffene und Angehörige einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit bei diesem Thema übernehmen.

In der dafür eigens konzipierten "OpenFace"-Kampagne geht es darum, Erfahrungen von Menschen, die von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, im Umgang mit der Öffentlichkeit zu sammeln.

Wir wollen durch individuelle Lebensgeschichten heraus bekommen, was helfen könnte für einen selbstbewussten und selbstbestimmten Umgang mit der Öffentlichkeit und den Medien.

Wir wollen Mut machen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und gut gerüstet und begleitet als Gesprächspartner für Medienkontakte zur Verfügung zu stehen.

Das Konzept sieht vor, mit "Interviews" genau diese individuellen, einzigartigen Erfahrungen Betroffener zu sammeln und dann einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ziel der Kampagne ist, die Erfahrungen im Umgang mit Stigmatisierung durch das soziale Umfeld und die "Öffentlichkeit" zu erfragen und Potentiale und Möglichkeiten aufzutun, einen offensiven und selbstbewussten Umgang mit den eigenen Erfahrungen zu befördern.

Um dies gezielt in Angriff zu nehmen, wurde ein Interviewleitfaden als "Gerüst" für die Gespräche entwickelt.
 

Aufbau und Themenbereiche der Interviews

In den Gesprächen geht es um folgende Themenfelder:

  • Angaben zur Person
  • Lebens-/Krankheitsgeschichte
  • Kontakt/Erfahrungen mit dem psychiatrischen Versorgungssystem
  • Reaktionen der Öffentlichkeit und des sozialen Umfeldes
  • Erfahrungen mit Antistigma- und Medienarbeit
  • Der Weg zum Akteur in der medialen Auseinandersetzung
  • Unterstützungsbedarf, um selbstbewusst mit der eigenen Geschichte in der Öffentlichkeit agieren zu können
  • Zentrale Botschaften für eine Anti-Stigma-Kampagne aus Sicht der Interviewten

Wie funktioniert das?

Das Konzept ist angelehnt an Methoden der Betroffenenforschung. Die Interviews dienen dabei in erster Linie praktischen Erfordernissen. Mit der Befragungsaktion soll erreicht werden, das Thema in der Selbsthilfe über die Bundesebene hinaus ins Gespräch zu bringen, einen regen Austausch zu ermöglichen und eine möglichst große Zahl von Selbsthilfeaktivsten für eine selbstbestimmte, bewusste und reflektierte Arbeit mit den Medien zu begeistern und im Nachgang die Vernetzung der Akteure zu befördern.

Wer führt die Interviews durch?

Die Interviews werden von Betroffenen – Menschen mit eigener psychischer Erkrankung bzw. Erfahrungen als Angehörige – durchgeführt. Die Interviewer werden über die verschiedenen Selbsthilfeverbände angesprochen und in vor Ort-Terminen für ihre Aufgabe vorbereitet. Sie führen die Interviews dann in Eigenregie in ihrer Region durch. Die Auswertung erfolgt durch die Projektleitung beim BApK. Für jedes erfolgreich durchgeführte Interview erhält der Interviewer eine Aufwandsentschädigung von 20,- Euro.

Veranstaltungen zur Einführung für die Interviewer finden statt:

  • Berlin, 08.06.2013
  • Frankfurt, 31.08.13
  • München, 16.11.2013

Wie laufen die Interviews ab?

Die Interviews erfolgen halb strukturiert. Die Erfassung der Antworten erfolgt im (kleinen) statistischen Teil durch Ankreuzen bzw. Ausfüllen, ansonsten durch ausführliche schriftliche Stichpunkte anhand vorgegebener Leitfragen. Mit Zustimmung der Teilnehmer ist eine audiovisuelle Aufzeichnung in Verantwortung der Interviewer möglich. Eine schriftliche Nachbearbeitung durch die Teilnehmer ist in Absprache mit den Interviewern machbar.

Wer wird befragt?

Die Teilnehmer werden von den Interviewern aus dem regionalen Umfeld (Selbsthilfegruppe, -organisation, Freundes- und Bekanntenkreis) akquiriert. Sie besitzen – als Angehörige oder selbst Betroffene – Erfahrungen mit den Auswirkungen psychischer Erkrankungen. Eigene Erfahrungen in der Selbsthilfe sind nicht zwingend erforderlich. Es sollte aber eine grundsätzliche Bereitschaft zur Reflektion, zum Umgang mit Reaktionen der Öffentlichkeit und zur Auseinandersetzung mit der medialen Darstellung psychiatrierelevanter Themen vorhanden sein.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die Ergebnisse der bundesweiten Befragungsaktion werden anonym ausgewertet. Die Ergebnisse sowie die Geschichten und Erfahrungen werden in Absprache mit den TeilnehmerInnen auf einer Internetplattform und in einer Abschlussveranstaltung 2014 präsentiert. Alle TeilnehmerInnen werden über die Ergebnisse informiert.

TeilnehmerInnen, die sich aktiv an der OpenFace-Kampagne beteiligen möchten, erhalten die Möglichkeit zur Mitgestaltung eines Netzwerkes der Selbsthilfe zur Zusammenarbeit mit den Medien.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Die Interviews erfolgen auf Wunsch anonym; es soll aber die Bereitschaft abgefragt und befördert werden, sich im Sinne von "Outing" mit seiner Person und Geschichte auch öffentlich wahrnehmbar für die Interessen psychisch kranker Menschen und ihrer Familien einzusetzen.

Eine (anonymisierte) Auswertung und Nachbefragung ist geplant.


Wenn Sie sich vorstellen können, selbst als Interviewer im Rahmen der Selbsthilfe tätig zu werden, möchten wir Sie gerne einladen zu einer der Einführungsveranstaltungen für die Interviewer:


Samstag, den 08. Juni 2013 in Berlin von 10.30 bis 15.30 Uhr
Veranstaltungsort: Hotel Grenzfall, Ackerstr. 136, 13355 Berlin

Samstag, den 31. August 2013 in Frankfurt/Main
Veranstaltungsort: Hoffmanns Höfe, Heinrich-Hoffmann-Str. 3, 60528 Frankfurt

Samstag, den 16. November 2013 in München
Veranstaltungsort: Tagungszentrum Kolpinghaus München-Zentral, Adolf-Kolping-Str. 1, 80336 München


Anmeldung:

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, melden Sie sich bitte möglichst bald an.

Zur Anmeldung

für den 08.06.2013 in Berlin ]

für den 31.08.2013 in Frankfurt/Main ]

für den 16.11.2013 in München ]

Die Teilnahme ist kostenfrei. Reisekosten können bei Bedarf nach dem Bundesreisekostengestz übernommen werden.

Kontakt und weitere Informationen:

Familien-Selbsthilfe Psychiatrie
BApK Geschäftsstelle
Oppelner Str. 130, 53119 Bonn
Fon: 0228.71 00 24 00
Fax: 0228.65 80 63
Mail: bapk@psychiatrie.de 

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