Eine Strategie entwickeln


Bevor Sie sich in Sozialen Medien engagieren ist es wichtig, eine auf lange Sicht angelegte einheitliche Kommunikationsstrategie für Ihre Organisation zu entwickeln. Dies bezieht sich nicht nur auf Ihre Online-Aktivitäten sondern schließt alle von Ihrer Organisation verwendeten Kommunikationskanäle mit ein.

Aktivitäten im Bereich Sozialer Medien sollen in die Kommunikationsstrategie integriert werden, die auf den Grundsätzen und Zielen Ihrer Organisation basiert. Diese Strategie wird Ihnen helfen, Kommunikationsziele, Adressaten und Kernaussagen Ihrer Organisation im Blick zu behalten und sich regelmäßig und an relevanter Stelle Gehör zu verschaffen.

Zielsetzungen

Der Nutzen Sozialer Medien wird durch die Einbindung in eine übergeordnete Kommunikationsstrategie verstärkt. Identifizieren Sie dazu spezifische Ziele, die Sie durch das Nutzen Sozialer Medien erreichen wollen:

  • Warum engagieren wir uns in Sozialen Medien?
  • Was wollen wir erreichen?

Mögliche Ziele könnten sein:

  • „Bewusstseinsbildung über Präventionsmaßnahmen gegen Diabetes“
     
    Über die Identifikation und Teilnahme an relevanten Diskussionen können Sie Ihre Botschaften verbreiten. Diese können ein größeres Publikum erreichen, wenn sie über Ihr Netzwerk auch Eingang in das Netzwerk anderer finden.
  • „Hilfe bei der Kontaktherstellung zwischen Mitgliedern und die Bereitstellung von Unterstützung“
     
    Soziale Medien eignen sich hervorragend, um Veranstaltungen und Initiativen zu promoten, Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die viele Menschen betreffen, die sich vielleicht isoliert oder ausgegrenzt fühlen.
  • „Neue Personen dazu ermutigen unsere Beratungsangebote für Angehörige und Betroffene in Anspruch zu nehmen“
     
    In dem Sie Fallbeispiele teilen und im direkten Kontakt mit Ihrer Zielgruppe stehen, können Sie spezifische Angebote hervorheben und zeigen, wie diese für potentielle Nutzer zugänglich sind.
  • „Kampagne für einen fairen Zugang zur Behandlung psychischer Krankheiten“
     
    Entscheidungsträger, Medien und einflussreiche Kommentatoren verfügen häufig über eigene Profile in Sozialen Medien. Es könnte von Vorteil sein, hier mit ihnen in Kontakt zu treten und sie so über Kanäle zu erreichen, die sie selbst nutzen.
  • „Betroffene sind Experten aus eigener Erfahrung“
     
    Indem Sie Inhalte kompetent verbreiten und sich sinnvoll an Konversationen beteiligen, wird sich Ihr sozialer Fußabdruck vergrößern und dabei helfen, Ihre Organisation als Autorität zu Ihren Themen zu etablieren.
  • „Teilen von Best practice Beispielen“
     
    Weil Online-Communities durch ein gemeinsames Anliegen miteinander verbunden sind, ist es leichter, weltweit nach Gruppen zu suchen, mit ihnen zu interagieren und Partnerschaften zu bilden.

Soziale Medien müssen nicht alle Anliegen Ihrer Organisation ansprechen. Sollten Sie über knappe Ressourcen verfügen, machen Sie lieber nur ein oder zwei Dinge, diese aber dafür sehr gut! Das könnten z.B. das Teilen von Informationsmaterial und Arbeitsmitteln und das Beantworten von Fragen sein. Sollte ein Bereich in Ihren Aktivitäten nicht so gut funktionieren, versuchen Sie einfach etwas anderes.

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Publikum

Wenn Sie beginnen, Ihr Publikum zu erweitern, denken Sie zuerst an Personen und Organisationen, zu denen bereits eine Beziehung besteht. Ihr Netzwerk könnte z.B. bestehen aus:

  • Patienten
  • Pflegende und/oder Familien
  • Gesundheitsdienstleister
  • Partnerorganisationen
  • Public-Health Organisationen
  • Versicherungen
  • Medien
  • Freunde und Unterstützer Ihrer Organisation.

Sollten diese schwer direkt über Soziale Medien zu finden sein, suchen Sie auf deren Webseiten und Veröffentlichungen nach eventuellen Links zu Twitter- oder Facebook-Seiten. Während Sie Ihre Profilseiten erweitern und Kontakte zu anderen herstellen, wird sich ihr Netzwerk automatisch erweitern.

Achtung! Die direkte Einbindung von Betroffenen und Angehörigen ist ein sehr sensibles Thema und bedarf möglicherweise einer Regulierung. Überprüfen Sie entsprechende lokale Gesetzgebungen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Soziale Medien managen“.

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Publikum einbinden

Soziale Medien drehen sich um Beziehungen. Wenn Sie neu dabei sind oder ein neues Publikum ansprechen wollen, werden diese Beziehungen nach und nach wachsen.

Tragen Sie dazu bei, indem Sie:

  • Fragen stellen, um Diskussionen anzustoßen
  • eigene Inhalte schaffen und diese mit anderen teilen
  • Fragen Sie bei anderen Blogs und Online Communities an
  • Blogs und Artikel kommentieren, die in Diskussionen genannt werden
  • Teilen Sie den Inhalt anderer Veröffentlichungen und Diskussionen
  • Bedanken Sie sich bei denen, die Beiträge zu Ihren Diskussionen liefern, um Sie zu zukünftiger Beteiligung zu ermutigen.

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Nachricht und Ton

Schaffen Sie eine Balance zwischen Professionalität und persönlicher Ansprache, um Beziehungen und Communities aufzubauen. Indem Sie Wissen (und nicht nur Meinungen) und insbesondere Perspektiven bieten, werden Sie Anerkennung als Autorität erlangen.

Communities in Sozialen Medien, die regelmäßig Neues bieten, sind die ansprechendsten und lebendigsten. Seien Sie kreativ, wenn Sie Ihre Nachrichten teilen, so dass Sie zu Antworten und Reaktionen einladen und Diskussionen anstoßen. Variieren Sie Ihre Meldungen und schaffen Sie einen Ausgleich, indem Sie regelmäßig Updates von anderen Bereichen Ihrer Arbeit geben oder Nachrichten aus anderen Bereichen veröffentlichen.

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Kanäle

Trotz der Fülle an Plattformen könnte es besser sein, nur in einem oder zwei aktiv zu werden, statt interaktive Konten über eine große Anzahl an Plattformen zu unterhalten. Wählen Sie die Plattform, die am besten zu Ihrem Publikum und den Kommunikationszielen Ihrer Organisation passt.

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Inhalt planen

In der Patientenvertretung/-unterstützung zu arbeiten bedeutet, dass Ihre Organisation eine Vielzahl an interessanten Inhalten beizusteuern hat. Das ist ein großartiger Ausgangspunkt für das Kommunizieren über Soziale Medien.

Seien Sie kreativ und denken Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen ergebnisoffen nach, um eine breite Auswahl an Ideen, Themen und Inhalten zu sammeln. Inhalte für Soziale Medien zu entwickeln sollte nicht als Last oder Zusatzaufgabe gesehen werden. Während der täglichen Arbeit produziert Ihre Organisation bereits zahlreiche Inhalte. Diese müssen nur zum ‚Teilen‘ vorbereitet werden. Vieles davon wird bereits durch jährlich wiederkehrende Arbeiten bestimmt. Wenn Sie Inhalte auswählen, sollten Sie sich auch fragen, ob und wie diese für Soziale Medien auf-bereitet werden können.

Mögliche Inhalte:

  • Status Updates: Was tun sie, was tun andere gerade? Was passiert bei Ihnen und in Ihrem Netzwerk auf anderen Plattformen?
  • Kommentare zu Blogbeiträgen und/oder Nachrichten
  • Blogbeiträge von Medienveröffentlichungen oder Veranstaltungen
  • Videos von Events
  • Fotos von Veranstaltungen und Fallbeispielen
  • Präsentationen von Besprechungen, Konferenzen und Lehrveranstaltungen

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Kommunikationskalender

Ein kontinuierlicher Nachrichtenfluss wird das Interesse Ihres Publikums wach halten und Ihr Profile davor bewahren, zu versanden. Entwickeln Sie daher einen Kommunikationskalender, der sich an Ihren jährlichen Routinen und anstehenden Projekten orientiert und erweitern Sie mit den Ergebnissen Ihres kollegialen ‚Brainstormings‘. Im Kalender planen Sie interessante Aktivitäten und Inhalte, um die Dynamik beizubehalten. Planen Sie umfassende Anlässe bereits einen Monat im Voraus, damit die Kommunikation qualitativ, proaktiv und pünktlich stattfinden kann.

Beispiel für einen Kommunikationskalender:

Januar

Februar

März

neue Beschlüsse bzgl. Behandlungsmethoden

Monat der Jugend

Monat des Open Mic

April

Mai

Juni

Familien im Fokus

Patienten beteiligen

Sommer und Symptome

Juli

August

September

Veröffentlichung des Weltjahresberichts

Monat der Bewusstseinsbildung

Bereitstellung einer Zusammenfassung

Oktober

November

Dezember

Testpersonen/Studienteil-
nehmer gewinnen

Patienten beteiligen

Weihnachtsfeiertage vorbereiten

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Bewertung und Evaluation

Um Ihren Erfolg zu messen und zu sehen, inwiefern Sie Ihre Ziele erreicht haben, messen und evaluieren Sie Ihre Aktivitäten in den Sozialen Medien. Messbar sind sowohl qualitativ als auch quantitativ beispielsweise:

  • Kommentare
  • Followers / Freunde
  • „Gefällt mir“-Angaben
  • Teilnehmerzahlen
  • Retweets
  • Zugriffsstatistiken

Lernen Sie aus Ihren Problemen und Erfolgen und dem Feedback, das Sie bekommen haben und setzen Sie es direkt um.

Eine formelle Evaluation kann hilfreich sein:

  • zur Abwägung des qualitativen Vorteils gegenüber den Investitionen
  • zur objektiven Analyse, ob die Ziele erreicht wurden
  • Achten Sie darauf:
    • ob es ein effektives Instrument ist, um externes Feedback einzuholen und Reputationsmanagement zu betreiben,
    • ob das Publikum sinnvoll eingebunden wurde und davon profitiert hat.

Das nützliche Kapitel Instrumente zum Monitoring am Ende der Zusammenstellung bietet eine Liste an Instrumenten, die Ihrer Organisation helfen kann, das Engagement in Sozialen Medien zu bewerten.

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