Journalistenpreis 2001


Klaus Simmering erhält den Journalistenpreis "Schizophrenie und Stigma"

Ein Höhepunkt der Selbsthilfetage des BApK in Düsseldorf war am 21. Juni 2002 die Verleihung des Journalistenpreises, den der Angehörigenverband gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Janssen-Cilag GmbH zum zweitenmal verliehen hat. Ausgezeichnet werden Beiträge, die sachlich über die Krankheit Schizophrenie aufklären und dazu beitragen, Vorurteile in der Bevölkerung über psychisch Kranke abzubauen. Die Teilnehmer waren aufgefordert, Beiträge einzureichen, die zur Aufklärung und zu einem besserem Verständnis der Krankheit Schizophrenie beitragen und damit helfen, Vorurteile gegenüber psychisch Kranken abzubauen.

Der mit 5.200,- Euro dotierte Preis geht im Wechsel an Arbeiten aus den Kategorien Print- und audiovisuelle Medien. Dieses Mal waren Videos, Filme und Hörfunkbeiträge gefragt.

Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an den Publizisten und Kommunikationswissenschaftler Klaus Simmering für seine Fernseh-Dokumentation "Ich bin schizophren, aber nicht verrückt", den der MDR im September 2001 ausgestrahlt hatte.

Nach wie vor existieren in der Bevölkerung viele Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen, u.a., sie seien häufig gewalttätig und gefährlich. "Besonders leiden die betroffenen Familien unter einer einseitigen und verzerrten Darstellung seelisch kranker in den Medien", so Ursula Brand, vom Vorstand des BApK bei der Preisverleihung. Um hier gegen zu steuern und sachliche Informationen zu befördern entstand die Idee zur Ausschreibung des Journalistenpreises "Schizophrenie und Stigma".

"Seit Jahrzehnten entwickelt Janssen-Cilag Medikamente im Bereich psychischer Erkrankungen, aber unser Engagement geht weit darüber hinaus. Ein Feld, in dem wir gemeinsam mit den Angehörigen mehr erreichen können, ist die Verbesserung der Wahrnehmung der psychisch Kranken in der Öffentlichkeit", erklärte Dr. Marcel Mangen, Geschäftsführer für den Bereich Kommunikation und Gesundheitspolitik bei Janssen-Cilag, die Motivation, den Journalistenpreis zu stiften.

Viele Schicksale – eine Diagnose

Mit seinem Beitrag "Ich bin schizophren, aber nicht verrückt" ist Klaus Simmering den Anforderungen des ausgelobten Preises am umfassendsten gerecht geworden. Der Jury – Experten auf dem Gebiet der Psychiatrie, des Journalismus, der Öffentlichkeitsarbeit sowie Vertreter der Familien psychisch Kranker – gefiel besonders die einfühlsame Darstellung der unterschiedlichen Lebenswege der erkrankten Menschen, verbunden mit wissenschaftlicher Hintergrundinformation. Sensibel, authentisch und doch für den Nichtfachmann verständlich beschreibt Simmering in seiner Dokumentation die Schicksale dreier Menschen, die plötzlich mit derselben Diagnose konfrontiert werden: Schizophrenie.

"Es ist ihm gelungen, beim Publikum Interesse für dieses immer noch tabuisierte Thema zu wecken, Informationen verständlich zu vermitteln, aber auch emotional die Krankheit Schizophrenie näher zu bringen", so Dr. Eckart Schibber, Chefredakteur der Gesundheitssendung Quivive, SFB, und Jurymitglied, bei seiner Laudatio. Einen Eindruck vom preisgekrönten Streifen konnten sich die Teilnehmer im Anschluss bei der Vorführung eines kurzen Ausschnittes selbst machen.

Klaus Simmering, geb. 1958 in Duisburg, studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Literaturwissenschaften und Sozialpsychologie, -anthropologie. Er war tätig als Kameramann, Cutter, Berater und Pressesprecher, sowie fünf Jahre als Reporter für aktuelle Fernsehsendungen. 1993 gründete er die Fernsehproduktionsfirma ECHTZEIT, die Dokumentarfilme und Magazinbeiträge vor allem aus den Bereichen Kultur und Wissenschaft produziert. Heute lebt Simmering mit seiner Familie in Bochum.

Aus der Fülle der eingegangenen Beiträge erhielten zwei weitere Fernsehfilme eine lobende Erwähnung:

  • "Ganz normal ver-rückt? Wege aus der Psychiatrie" von Elke Sasse, gesendet im Oktober 2001 in 3Sat, sowie
  • "Tagebuch eines Selbstmörders" von Christian Liffers, gesendet im Mai 2001 im ZDF.

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