Journalistenpreis 2003


Angelika Sauerer aus Regensburg ist die neue Preisträgerin des Journalistenpreises "Schizophrenie und Stigma"

"Aus dem verborgenen Leiden etwas Vertrautes machen"

Angelika Sauerer aus Regensburg (Bildmitte) erhielt den Preis für ihren Artikel "Etwas von außen will in mir leben", der im Frühsommer 2003 in der Mittelbayerischen Zeitung Regensburg erschienen ist.

"Sauerer informiert präzise und einfühlsam über die psychische Erkrankung Schizophrenie – über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und über den Umgang der Kranken und ihrer Angehörigen mit dem Leiden", so Dr. Eckart Schibber, Medizinjournalist und Jury-Mitglied in seiner Laudatio.

Der mit 5.000 Euro dotierte Journalistenpreis wurde am 24. September 2004 im Rahmen der Selbsthilfetage der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie in Mainz zum dritten Mal verliehen. Er geht an Autoren, die mit ihren Beiträgen sachlich über die Krankheit Schizophrenie aufklären und damit helfen, Vorurteile in der Bevölkerung über psychisch Kranke abzubauen.

Im Wechsel werden Arbeiten aus den Kategorien Print- und audiovisuelle Medien ausgezeichnet. Die Stifter des Preises sind die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie und das Pharmaunternehmen Janssen-Cilag.

Eine Geschichte, die Mut macht

Eine Belobigung erhielt außerdem der Beitrag "Der Himmel zog mich magisch an – Ein Leben mit schizophrener Psychose", der im Dezember 2003 in der Publikation "Freitag – Die Ost-West-Zeitung" erschien.

Die Münchner Autorin Eva Strasser erzählt unter dem Pseudonym Eva Südpol ihre eigene Geschichte, die nach zahlreichen Problemen mit Medikamenten und Schwierigkeiten in einer therapeutischen Wohngemeinschaft letzten Endes doch mit einem Leben in der eigenen Wohnung und der Arbeit bei einem Lokalradio gut ausgeht.

Sie selber sagt: "Es war ein langer Weg, meine Krankheit zu akzeptieren. Ich gehe offen damit um. Wenn die Rede darauf kommt, verschweige ich nichts." Und das, so Schibber, "verdient Anerkennung, weil es anderen Menschen Mut macht: Reintegration ist möglich, auch wenn bestimmte Voraussetzungen dafür – wie eine medikamentöse Langzeitbehandlung, Verhaltenstherapie und soziotherapeutische Maßnahmen – erfüllt sein müssen."

Abbau von Diskriminierung Betroffener

Nach wie vor existieren in der Bevölkerung viele Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen. Häufig heißt es, sie seien gewalttätig und gefährlich. Unter dieser einseitigen und verzerrten Darstellung seelisch Kranker in den Medien leiden sowohl die Betroffenen selbst, als auch ihre Familien. Die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie und Janssen-Cilag möchten mit dem Journalistenpreis sachliche Berichterstattung fördern und die Wahrnehmung psychisch Kranker in der Öffentlichkeit verbessern.

Dazu Dr. Eckhart Schibber: "Wenn es uns gelänge, aus dem verborgenen Leiden etwas Vertrautes zu machen, wäre ein großer Schritt in Richtung Ent-Stigmatisierung getan. Journalistische Arbeiten wie die der beiden Autorinnen, leisten einen großen Beitrag dazu."

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