Pressekonferenz 2003: Familien-Selbsthilfe Psychiatrie mit neuer Aufklärungskampagne


"Psychiatrie braucht Öffentlichkeit - mit innovativen Projekten Zeichen setzen"

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) informiert in Betrieben, Apotheken und Arztpraxen über psychische Erkrankungen

Presseinformation

Berlin/Bonn, 2. Dezember 2003. Arbeitsausfall oder Frühverrentung aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie oder Bipolare Erkrankungen haben dramatisch zugenommen. Dennoch ist die bestmögliche Versorgung psychisch kranker Menschen nicht immer gewährleistet, und nach wie vor halten sich in der Bevölkerung hartnäckig Vorurteile gegenüber Betroffenen und ihren Angehörigen. Die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (BApK) stellt sich aktiv dieser Situation und bietet mit ihren neuen, innovativen Projekten Unterstützung und Information über psychische Erkrankungen. Das erklärte der Bundesverband auf seiner Jahres-Pressekonferenz im Paul-Löbe-Haus am 2. Dezember 2003 in Berlin. Vorgestellt wurde dabei die neue bundesweite Aufklärungskampagne zu psychischen Erkrankungen in Kooperation mit der "Selbsthilfe-Fördergemeinschaft der Ersatzkassen". Zu einem weiteren Projekt "Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz" in Zusammenarbeit mit dem BKK-Bundesverband präsentierte die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie eine erste erfolgreiche Zwischenbilanz. Außerdem nahm der Verband aktuell Stellung zu den Folgen der Gesundheitsreform für die Versorgung psychisch kranker Menschen. Die Bundestagsabgeordnete Monika Brüning unterstrich als Gastrednerin die Bedeutung der Arbeit der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie.

"Auch nach der Gesundheitsreform 2003 hat unsere Forderung nach einer qualitativ und quantitativ ausreichenden Versorgung für psychisch Kranke und ihre Angehörigen nicht an Aktualität verloren", so Margit Golfels, Geschäftsführerin der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (BApK). Insbesondere psychisch Kranke seien bei den Sparmaßnahmen die Leidtragenden, da sie krankheitsbedingt Gesundheitsleistungen ohnehin meist spät in Anspruch nehmen. Maßnahmen wie die Praxisgebühr oder die Zuzahlung bei Soziotherapie verstärken nach Ansicht des Bundesverbandes dieses Verhalten noch. So verschlechtert sich der Krankheitsverlauf weiter, es entstehen zusätzliche Kosten. "Wir erheben die Forderung, dass sich das Verordnungsverhalten von Ärzten vorrangig am Wohl des Patienten und nicht an kurzfristigen Sparzielen orientieren muss. Es muss gewährleistet sein, dass Patienten Zugang zu innovativen Therapien erhalten", so Golfels.

"Die Familien-Selbsthilfe leistet Vorbildliches", äußerte sich Frau Brüning zu der Arbeit des Verbandes. Die Existenz von Selbsthilfegruppen sei immer noch zu wenig bekannt, ihre Arbeit werde zu wenig unterstützt und beachtet. "Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr gelingt, die Belange psychisch Kranker und ihrer Angehörigen endlich angemessen im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern", so Brüning.

Neue Aufklärungskampagne mit dem VdAK zu psychischen Krankheiten

Die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie hat den Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V. (VdAK) von der Notwendigkeit der Prävention und Information zur Verbesserung der Lebensqualität psychisch kranker Menschen überzeugt. Gemeinsam wird nun eine Aufklärungskampagne zu psychischen Erkrankungen in Apotheken und Arztpraxen gestartet. Kooperationspartner ist dabei die "Selbsthilfe-Fördergemeinschaft der Ersatzkassen", zu deren Mitgliedern unter anderen die Techniker Krankenkasse zählt. Die Kampagne startet Anfang 2004 in Berlin und Brandenburg und wird in einem zweiten Schritt bundesweit ausgedehnt.

Die Broschüren zum Projekt greifen praxisnah verschiedene Aspekte psychischer Erkrankungen auf und sind in Apotheken und Arztpraxen erhältlich. Ziel der Kampagne ist es, über Behandlungsoptionen zu informieren, Selbsthilfeangebote bekannt zu machen sowie über die Möglichkeiten eines angemessenen Umgangs mit erkrankten Menschen aufzuklären. Ist das Umfeld der Patienten entsprechend informiert und kompetent im Bereich psychischer Erkrankungen, kann dies entscheidend mit zur Aufrechterhaltung der beruflichen und sozialen Bezüge oder auch zur Rückfallprophylaxe beitragen.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge den Erfordernissen der Zeit anpassen

"Wir sind erfreut über die große Nachfrage und die positive Resonanz auf unser Projekt zu 'Psychischen Erkrankungen im Arbeitsleben'. Zeigt es uns doch, dass das Angebot der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie als wichtige Unterstützung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung erkannt wird", so Marlies Hommelsen, Leiterin des bereits im zurückliegenden Jahr gestarteten Projektes in Kooperation mit dem Bundesverband der Betriebskrankenkassen.

Seit Anfang des Jahres wurden bereits rund 300 Mitarbeiter in verschiedenen großen Unternehmen wie der REWE Zentrale in Köln oder des ZDF in Mainz durch Angehörige nach einem vom Bundesverband entwickelten Konzept geschult. Die Veranstaltungen richten sich an die für Gesundheitsvorsorge zuständigen Mitarbeiter, die im Anschluss als Multiplikatoren weiterwirken können. Neben allgemeinen Informationen über die Erkrankungen informieren die Angehörigen über Auswirkungen auf die Arbeitssituation, Handlungshilfen für Krisensituationen sowie regionale Hilfsstrukturen. Angesichts der dramatischen Zunahme von psychischen Erkrankungen als Ursache für Arbeitsausfall (plus 70 bis 90 Prozent laut DAK seit 1997 bei jungen Beschäftigten) ist dies sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber von großer Relevanz.

Zusätzlich ist unter 01805/950 951 eine Info-Hotline geschaltet (12 ct/min, montags, dienstags und donnerstags 9–12 Uhr), bei der sich Arbeitgeber, Kollegen und Betroffene über das Thema informieren können.

Die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie

Die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.) ist die Selbsthilfeorganisation und Solidargemeinschaft von Familien mit psychisch kranken Menschen in Deutschland. Der 1985 gegründete Bundesverband versteht sich als Interessenvertretung der Angehörigen psychisch Kranker und als Lobby für psychisch kranke Menschen auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Familien-Selbsthilfe Psychiatrie
Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
Pressebüro
Beate Lisofsky
Mannheimer Straße 32, 10713 Berlin
Telefon: 030 / 86 39 57 – 04
Telefax: 030 / 86 39 57 – 02
E-Mail: bapk-berlin@psychiatrie.de 
Internet: www.bapk.de

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Die Organisation der Jahres-Pressekonferenz der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung der Lilly Deutschland GmbH.

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