"Wahnsinnskinder?" - Ein Projekt zur Unterstützung von Familien mit psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen


Foto: Patrick Sheándell

Eine gute Versorgung von psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen wird nur gelingen, wenn die Familien von Anfang an einbezogen und mit ihrem spezifischen Unterstützungs- und Informationsbedarf wahrgenommen werden.

Und obwohl "Elternarbeit" vielfach integraler Bestandteil therapeutischer Angebote ist, gibt es hier aus Sicht der Angehörigen Defizite, vor allem auch in der Phase vor dem Stellen einer Diagnose.

"… Ich bin im Moment völlig verzweifelt und nervlich am Ende. Sitze hier verheult und suche im Internet nach Hilfe... Ich bin 37 Jahre alt, verheiratet, habe zwei Töchter 10 und 6 Jahre alt. Mein Problem: Meine Tochter Leonie bringt mich zur Weißglut!!! Sie steht schlecht auf, obwohl sie früh schlafen geht. Sitzt eine Viertelstunde auf dem Klo, trödelt beim Zähneputzen, Haare kämmen und Anziehen nur herum... Nach der Schule sitzt sie völlig lustlos an den Hausaufgaben, total unkonzentriert halb unter dem Tisch und weiß nicht was sie machen soll... Was soll ich bloß tun??? Habt ihr Ratschläge für mich??? Wo ist ihr Problem??? Wie kann ich ihr helfen, mir aber auch, denn ich bin im Dauerstress …!" (aus der Internetanfrage einer Mutter)

Diese Probleme oder auch ganz andere kommen vielen Eltern bekannt vor und sie fragen sich möglicherweise:

  • Worauf muss ich achten, wenn mein Kind auffällig ist?
  • Ist das Verhalten überhaupt auffällig oder ist es "ganz normal"?
  • Wann und wo ist die Grenze erreicht?
  • Wie kann ich zwischen ernsthaften psychischen Erkrankungen und pubertären Entwicklungserscheinungen unterscheiden?
  • An wen wende ich mich?
  • Wo finde ich Unterstützung?
  • Was passiert, wenn ich erfahre, dass mein Kind psychisch krank sein könnte?
  • Wie gehe ich mit den Fachleuten um, wenn die immer alles besser wissen wollen?
  • Was kann ich tun, wenn mein Kind sich nicht behandeln lassen möchte – wann ist eine Zwangsbehandlung zulässig?
  • Wie gehe ich mit den Geschwistern um?

Information kann helfen, Unsicherheiten zu beseitigen.


Deshalb befasst sich der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen in einem Projekt mit den Problemen und Bedürfnissen von Familien mit psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen und entwickelt ein Angebot für diese Familien.

Das Bundesministerium für Gesundheit und der BKK Bundesverband haben durch ihre Förderung dieses Projekt ermöglicht.


Um einen ersten Überblick über die Bedürfnislage der betroffenen Familien zu erhalten, wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Marburg eine Online-Elternbefragung durchgeführt.

Hier finden Sie die Auswertung der Umfrage.


In Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Kinder- und Jugendtherapeut und Fachbuchautor Martin Baierl entstand die Broschüre "Wahnsinnskinder?". Diese Broschüre bietet betroffenen Eltern eine erste Orientierung über psychische Störungen im Kinder- und Jugendalter, Behandlungsmöglichkeiten und mögliche Anlaufstellen für Hilfe und Unterstützung. [ mehr ]

Die Informationsbroschüre wurde auch ins Türkische und Russische übersetzt.
[ zur türkischen Übersetzung ]   [ zur russischen Übersetzung ]

Mitbetroffen von der Erkrankung eines Jugendlichen sind immer auch die Geschwister, deren Nöte häufig nicht ausreichend beachtet werden. Speziell für sie entstand die Broschüre "Was ist denn nur mit Philip los?" in altersgerechter Aufmachung. [ mehr ]

Zu einigen häufigen psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter haben wir ausführlichere Informationen zusammengestellt, die auch als Download zur Verfügung stehen. [ mehr ]


Für Eltern, die sich weiter informieren möchten, haben wir eine umfangreiche Liste mit

Literaturtipps

zusammengestellt, sowie Linklisten zu

Unterstützungsangeboten:

  • Selbsthilfeangeboten,
  • Informations- und Beratungsportalen,
  • regionalen Unterstützungsangeboten sowie
  • allgemeinen Beratungsportalen für Kinder, Jugendliche und Eltern, die auch im Krisenfall angesprochen werden können.

Sowohl die Literaturtipps als auch die Linklisten sind kommentiert und wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Dennoch müssen wir auf folgendes hinweisen:

  1. Informationen aus dem Internet und Bücher können kein Ersatz für medizinische oder therapeutische Diagnose und Behandlung sein; sie können aber sehr gut zur Erstinformation und als Ergänzung genutzt werden.
  2. Wir können keine Verantwortung für den Inhalt externer Internetseiten übernehmen. Sollten Sie auf fragwürdige, unseriöse oder falsche Inhalte auf solchen Seiten stossen, teilen Sie uns dies bitte mit, damit wir den Link entfernen können. 
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Und noch ein Hinweis:

Gerade im Bereich psychischer Störungen gibt es leider auch eine Menge von Internetseiten und -foren mit sehr fragwürdigem oder gar gefährlichen Inhalten. Insbesondere im Bereich Esstörungen - aber nicht nur dort - gibt es geschlossene (= nicht öffentliche) Foren, in denen sich betroffene Jugendliche über ihre Störung austauschen und sich dabei z.B. gegenseitig darin bestärken, keinerlei Hilfen anzunehmen. Soweit es Ihnen möglich ist, sollten Sie darauf achten, ob Ihre Kinder in solchen Foren aktiv sind.

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