Das Filmfestival "ausnahme|zustand"


Erwachsenwerden ist kein Kinderspiel! Jugendliche müssen kämpfen, um in unserer Zeit zu bestehen. Die Festivalfilme erzählen vom alltäglichen Wahnsinn jugendlicher Lebenswelten zwischen Einsamkeit, Angst, Armut, Schulversagen, Hoffnungslosigkeit, Gewalt, Drogen und Suizid.

Vor allem aber erzählen sie von dem, was junge Menschen stark macht: Freundschaft, Respekt, gebraucht- und geliebt zu werden.

Das Festival startete im Oktober 2008 und war - mit Verlängerung - bis Juni 2010 ON TOUR durch Deutschland. Mehr über das Filmfestival, das von "Irrsinnig Menschlich" in Leipzig organisiert wurde, finden Sie auf der Website zum Festival www.ausnahmezustand-filmfest.de.


Die Filmpatenschaft


Im Rahmen des Filmfestivals hat die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie die Patenschaft übernommen für den Film

"Knetter - Übergeschnappt"

von Martin Koolhoven, Niederlande 2005, 81 Min., ab 8 Jahre.

Dazu Beate Lisofsky, Pressesprecherin der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie:

Erstmalig in Deutschland machte der Angehörigenverband bereits 1996 mit dem Kongress "Auch Kinder sind Angehörige – Hilfen für Kinder psychisch Kranker" auf die schwierige Situation und die Probleme von betroffenen Kindern aufmerksam. Inzwischen sind zwölf Jahre verstrichen und das Thema ist nach wie vor von großer Brisanz. Nach Schätzungen der Bundespsychotherapeutenkammer leben aktuell in Deutschland 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Familien, wo ein Elternteil psychisch erkrankt ist. Im häufigsten Fall sind es allein erziehende Mütter.

Und obwohl regional unterschiedliche Projekte zur Unterstützung der betroffenen Familien entstanden sind, fehlt es an Angeboten einer verbindlichen Kooperation der unterschiedlichen Hilfesysteme wie auch an einer Sensibilisierung der Helfer wie auch der Öffentlichkeit.

Ein bisschen "durchgedreht" ist auch die Mutter von Bonnie, Hauptfigur in dem zauberhaften holländischen Familienfilm, für den der BApK gern die Patenschaft übernommen hat. Komisch und traurig zugleich zeigt er einfühlsam die Höhe- und Tiefpunkte, die das Familienleben nicht nur für den Betroffenen, sondern für alle – große und kleine – Beteiligten mit sich bringt, ohne dabei unnötige Ängste zu schüren.

Dabei trifft die Botschaft "Reden kann helfen" und Familie ist da, wo Menschen füreinander einstehen, genau die (Lebens-)Erfahrungen der betroffenen Kinder und ihrer Familien, wie sie sich in unserer Selbsthilfearbeit spiegeln. Dieser Film ist ein Zeichen dafür, dass das Schweigen durchbrochen werden kann.


Der Film


Was macht man, wenn man eine Mutter hat, die viel verrücktere Ideen hat als man selbst? Die einen im Pyjama von der Schule abholt, fünf Eisbecher auf einmal bestellt und glaubt, dass man Elefanten einfach so im Garten halten kann?

Normalerweise lässt sich die neunjährige Bonnie durch all das kaum aus der Ruhe bringen. Ihre Mutter Lis ist eben so, wie sie ist. Das ist zwar manchmal ganz schön anstrengend, aber trotzdem würde Bonnie niemals tauschen wollen. Und zum Glück gibt es ja noch die Oma, die immer für Bonnie da ist. Auch an den schlechten Tagen, wenn Bonnies Mutter sich im Bett verkriecht und sich weigert, jemals wieder aufzustehen.

Als die Oma bei einem Unfall stirbt, sind Bonnie und ihre Mutter plötzlich auf sich allein gestellt. Obwohl sich beide wirklich Mühe geben, laufen die Dinge immer wieder aus dem Ruder… Schließlich ergreift Bonnie, die ein wenig an Pippi Langstrumpf erinnert, selbst die Initiative. Mit viel Einfallsreichtum gelingt es ihr, sowohl das Jugendamt als auch ihre Mutter, die an einer manisch-depressiven Störung leidet, davon zu überzeugen, dass sie die schwierige Situation gemeinsam meistern können.

Der niederländische Regisseur Martin Koolhoven greift in dieser wunderbaren Tragikkomödie auf heitere und unkonventionelle Weise ein schwieriges Thema auf. Wie leben Kinder mit Eltern, die psychisch krank sind? Ein Film voller verrückter, manchmal fast märchenhafter Ideen und Wendungen, der die Probleme für Kinder ebenso wie für Erwachsene verständlich aufbereitet. Auf beeindruckende Weise gelingt dem Film damit die Balance zwischen Lachen und Weinen, Leichtigkeit und Betroffenheit, um die seine Hauptfiguren täglich aufs neue ringen.

Ein Film für Menschen jeden Alters!

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