Leitsätze für die Zusammenarbeit mit den Medien


Selbsthilfe Psychiatrie

Auf 70.000 bis 100.000 wird die Zahl der Selbsthilfegruppen und –initiativen im deutschen Gesundheits- und Sozialbereich geschätzt. Hinzu kommen überregionale Organisationen und Fachverbände. Die Selbsthilfe in der Psychiatrie ist Teil dieser Bewegung. Sie versteht sich als Sprachrohr für psychisch kranke Menschen und ihre Familien, vermittelt konkrete Hilfen und Informationen und vertritt gemeinsame Anliegen gegenüber Öffentlichkeit und Politik.

Selbsthilfe Psychiatrie und Medien

Obwohl psychische Erkrankungen nicht selten sind, gibt es über sie erschreckend viel Unkenntnis und Missverständnisse. Psychisch kranke Menschen und ihre Familien werden noch immer in vielfältiger Weise diskriminiert und stigmatisiert. Eine oft skandalisierende Berichterstattung in den Medien verfestigt Vorurteile. In jüngster Zeit finden psychische Erkrankungen vermehrt öffentliche Aufmerksamkeit, und das Interesse an seriöser Berichterstattung wächst. Die Selbsthilfeverbände psychisch kranker Menschen und ihrer Familien begrüßen dies ausdrücklich.

Grundlagen für Medienkontakte

Wir sind daran interessiert, unsere Themen und Anliegen in den Medien beachtet und objektiv gewürdigt zu sehen. Als Ansprechpartner für Medienvertreter stehen wir gern zur Verfügung. Dabei legen wir Wert auf den Schutz privater Daten und der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Pressecodex des Deutschen Presserates. Dort heißt es unter Ziffer 12 und 12.1 (Diskriminierungen, Berichterstattung über Straftaten):

  • Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.
  • In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Was bieten wir Journalisten und Journalistinnen?

Wir möchten in den Kontakten mit Medienvertretern eine aktive Rolle einnehmen und haben dafür Angebote und Leitlinien formuliert, die diesen Kontakten als Grundlage dienen sollen.

1. Selbsthilfe bezieht Position

Für Anfragen, politische Stellungnahmen und Interviews zu aktuellen gesundheits- und sozialpolitischen Fragestellungen, die die Lebenssituation psychisch kranker Menschen betreffen, stehen wir gern zur Verfügung.

2. Vermittlung von Erfahrungswissen "aus dem Alltag"

Wir unterstützen Journalisten bei allen Bestrebungen, gut recherchierte Beiträge zu erstellen und laden sie ein, sich bei Fragen, die mit der Lebenswelt von psychisch Kranken und ihren Familien zu tun haben, an uns zu wenden. In der Selbsthilfe sind die unmittelbaren Erfahrungen von vielen Betroffenen versammelt, das verleiht unseren Aussagen eine besondere Authentizität. Wenn Medienvertreter für einen Beitrag, ein Expertentelefon oder eine Ratgebersendung mit Zuschauerfragen einen Experten in eigener Sache zu psychischen Erkrankungen, ihrer Behandlung und den damit verbundenen vielfältigen Fragen suchen, sind sie bei uns an der richtigen Adresse. Wir schlagen dann geeignete Personen aus unseren Reihen vor.

3. Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte

Zu besonderer Sorgfalt fühlen wir uns verpflichtet bei Medienanfragen, Betroffene für eine Reportage zu vermitteln. Nur wenn wir erkennen können, dass eine Berichterstattung sowohl im Interesse der Betroffenen und der Patienten- und Familien-Selbsthilfe ist, werden wir bei der Vermittlung aktiv. Interessierte Redaktionen müssen zuvor das Thema konkretisieren und sich verpflichten, die Schutzinteressen der Betroffenen im Sinne des Pressekodexes zu beachten.

4. Verwendung des Materials unserer Internetseite

Informationen aus der Selbsthilfe, aktuelle Stellungnahmen, aber auch Diskussionen zu Schwerpunktthemen sowie Erfahrungsberichte finden sich in aufbereiteter Form auf unseren Internetseiten. Gerne können Sie unser Material verwenden. Wir bitten in diesem Fall um Nennung der Quelle und Übersendung eines Belegexemplars.

5. Presseverteiler / Newsletter

Zu unseren Kommunikationsmitteln gehören auch ein Newsletter und Pressemitteilungen. Gerne nehmen wir Sie oder Ihre Redaktion in unseren Verteiler auf. Sie finden hier das entsprechende Anmeldeformular.


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