Strukturen und Organisation


Pflichten der Verbände

  

Ein Beratung anbietender Verband ist verantwortlich

  • gegenüber Ratsuchenden für die Qualität der Beratung
  • gegenüber seinen Beraterinnen und Beraterinnen
    • er muss ihnen Rückhalt bieten in Krisen- und Konfliktsituationen
    • er darf keinen Zweifel an seiner Solidarität lassen – nach innen und nach aussen
  • für die Unterstützung, Einarbeitung und Ermutigung von "neuen" Beraterinnen und Beratern

Er ist verantwortlich für die Organisation seiner Beratung

  • für die Entscheidung, wie er Beratung anbietet
    • ausschließlich in den Selbsthilfegruppen oder
    • Selbsthilfeberatung zusätzlich als Einzelberatung, telefonische und/oder Emailberatung
    • zentral oder dezentral
    • ggf. Fachberatung zu speziellen Themen (Beispiele: Auryn in Leipzig, Beratung zum persönlichen Budget in Bayern)
    • allein oder in Kooperation mit anderen Organisationen / Einrichtungen
  • Beratungszeiten, ggf. Örtlichkeiten
  • für die Festlegung, ob unterschiedliche Angebote für Mitglieder / Nichtmitglieder gemacht werden
  • ob die Beratung unter Umständen kostenpflichtig ist

Er sollte Vorgaben machen bezüglich Beratungszeiten

  • Gruppenberatung 1,5-2 Stunden
  • Einzelgespräch bis zu 60 Min
  • telefonische Beratung in der Regel bis zu 30 Min., in Ausnahmefällen bis zu 60 Min.

Er sollte darauf hinwirken, dass die individuelle Beratung nicht zum "Gruppenersatz" wird, z.B.

  • durch Begrenzung der Anzahl persönlicher oder telefonischer Beratungen (max. 3-5)
  • dass auf die Gruppen verwiesen wird
  • dass das Bewusstsein der Beraterinnen / Berater dafür gestärkt wird

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Kooperation und Vernetzung

   

  • Kenntnis von Partnern, an die bei speziellen Fragen verwiesen werden kann

      

  • als Selbsthilfeberatung sollten wir nicht den Anspruch erheben, auf alle Fragen antworten zu können
  • bei speziellen Fragen braucht jede Beraterin / jeder Berater Ansprechstellen, an die verwiesen werden kann
  • überregionale Organisationen / Einrichtungen, z.B.
  • Beratungsdienste der Krankenkassen
  • Unabhängige Arzneimittelberatung für Patienten an der Universität Dresden
  • Rechtsberatung: hier gibt es bereits verschiedene Modelle, wie z.B.

      

  • Kooperation mit dem VdK / Sozialverband
  • Rechtsberatung über die Landesarbeitsgemeinschaften Selbsthilfe (LAG Selbsthilfe)
  • Kooperation mit einem Rechtsanwalt
  • regionale Organisationen / Einrichtungen, z.B.
  • Sozialpsychiatrische Dienste
  • Beratungsstellen ggf. mit Beratungsschwerpunkten
  • Psychiatriekoordinatoren
  • Vernetzung zwischen den Beraterinnen und Beratern
  • Austausch von Informationen und Erfahrungen
  • ansprechbare BeraterInnen mit Spezialerfahrungen (z.B. "Doppeldiagnosen", Forensik, …)
  • Vernetzung zu anderen Selbsthilfeorganisationen bzw. -gruppierungen; Voraussetzung ist eine kompatible Grundeinstellung zu psychischen Erkrankungen; z.B.
  • über das Selbsthilfenetz Psychiatrie
  • über kooperierende Bundes- und Landesverbände

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Dokumentation

   

  • ist hilfreich, um Unterstützung für die Selbsthilfearbeit im Allgemeinen und für die Selbsthilfe-Beratung im Besonderen zu erhalten
  • hilft intern, Beratungs-Schwerpunkte und weniger wichtige Themen auszumachen
  • bei ehrenamtlichen Beratern/Beraterinnen: soll Steuerungselement sein, darf aber nie Kontrollinstrument sein
  • bei hauptamtlichen Beratern/Beraterinnen: soll Steuerungsinstrument sein und dient als Tätigkeitsnachweis
  • kann als Tätigkeitsbeleg für den die Beratung anbietenden Verband (Bundes-, Landesverband) genutzt werden
  • immer anonym!
     
  • Muster für ein Erfassungsformular s. Anhang
  • hilfreich für alle wäre, wenn die Beratungsstatistik überall nach den gleichen oder ähnlichen Kriterien erfolgen würde
  • Muster für Auswertung der Beratungsformulare: s. Anhang

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Für die Förderung der BApK-Wissensdatenbank danken wir dem BKK Dachverband e.V., Berlin.