Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächspsychotherapie, auch klientenzentrierte oder personenzentrierte Psychotherapie genannt, wurde von Carl R. Rogers in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. In Deutschland wurde die Gesprächspsychotherapie von Reinhard und Annemarie Tausch weiterentwickelt und bekannt gemacht. Obwohl es einige wissenschaftlich fundierte Wirkungsnachweise der Gesprächspsychotherapie gibt, wurde ihr die sozialrechtliche Anerkennung als Richtlinienverfahren bislang verwehrt.

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Grundmerkmale

Die Gesprächspsychotherapie zeichnet sich durch einige Grundmerkmale aus. Die bedingungslose Wertschätzung und positive Zuwendung der Therapeuten ist den Klienten sicher. Zwischen beiden besteht eine partnerschaftliche Beziehung. Die Achtung, bedingungslose Akzeptanz, Wärme, Zuwendung und Toleranz mit den Klienten muss immer präsent sein und darf sich nicht in einer trainierten Freundlichkeit erschöpfen. Die Therapeuten müssen »echt« bleiben und sich um einfühlendes Verstehen bemühen. Sie übernehmen die Gesprächsführung durch Techniken wie die Zusammenfassung und Spiegelung der gefühlsmäßigen Bedeutung des Gesagten. Sie stellen hilfreiche Fragen, geben aber keine konkreten Ratschläge oder Empfehlungen.

Mit Interpretationen oder sonstigen Formen der aktiven Einflussnahme wird ebenfalls sparsam umgegangen: Durch die große Wertschätzung und das akzeptierende Beziehungsangebot wird bei den Klienten der Ausdruck ihrer Gefühle gefördert, die Selbstwahrnehmung gestärkt und damit ein Wachstumsprozess im Sinne der Entwicklung der eigenen Fähigkeiten angestoßen. 

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Literatur

  • Carl R. Rogers: Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie. Fischer TB, Frankfurt a. M. 1993
  • Eva-Maria Biermann-Ratjen u. a.: Gesprächspsychotherapie. Verändern durch Verstehen. 7. Auflage, Kohlhammer, Stuttgart 1995
  • Jobst Finke: Gesprächspsychotherapie. Grundlagen und spezifische Anwendungen. 3. Auflage, Thieme, Stuttgart 2004
  • Sabine Weinberger: Klientenzentrierte Gesprächsführung. 9. überarb. Auflage Juventa, Weinheim 2004

Internet

  • Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GWG): www.gwg-ev.org

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Rosemarie Piontek ist niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin in einer Gemeinschaftspraxis in Bamberg. Sie ist Mitorganisatorin des Bamberger Instituts für Gender und Gesundheit (BIGG e.V.), tätig als Dozentin und Supervisorin.

Text von Rosemarie Piontek aus: Mut zur Veränderung. Methoden und Möglichkeiten der Psychotherapie. Balance buch + medien verlag, Bonn 2009