Das Maß ist voll

Das Maß ist voll, wenn die Maß zu oft geleert wurde. Aber: Wann ist das eigentlich so weit?? Wie merkt man das?? Leider wird man sagen müssen, dass es eigentlich immer zu spät ist oder anders ausgedrückt dann, wenn Außenstehende das Problem bereits seit Langem für unübersehbar, für total peinlich oder sogar schon dramatisch halten.

Der manifeste Alkoholismus platzt aus allen Knopflöchern. Vati reihert auf den Teppich oder sitzt in der Unterhose mit Bierbuddeln vorm Fernseher, Mutti putzt das Erbrochene weg und denkt sich dazu, dass ihr Mann, der Studienrat, sich so wohl auch mal unorthodox entspannen darf.

Ulla Schmalz will aber nicht, dass das so bleibt, denn Arbeitsplatzverlust, Scheidung nach Verprügelung oder auch ohne, »sozialverträgliches Frühableben« (30 Jahre in die Rentenkasse einzahlen und dann mit 55 in den Sarg, wie das jährlich mehrere 10.000 alkoholische Leberzirrhotiker zur Freude der Rentenversicherer schnörkellos an sich exekutieren) muss ja nicht sein und so will sie – sie tut das auch, wenn die Betroffenen das Büchlein kaufen und lesen – den Angehörigen beibringen, wie man den Erkenntnisprozess beschleunigt und die Trinkerei beendet. Was da gemacht werden muss, wird hier nicht verraten, aber wie sie es macht, ist Lobes wert!!! Klare und humorvolle Linie, gut verständlich, umgangssprachlich ohne billige Anbiederung.

Im Übrigen schreibe ich diesen Lobgesang hier ungeniert hin, obwohl ich Ulla Schmalz gut kenne, sie deshalb sogar verehren kann und so in den Verdacht der Gefälligkeitsrezensiererei geraten könnte. Sei’s drum!!! Das soll es sogar in ganz anderen Kreise geben. Dieses Buch muss auch in seiner 2. Auflage gelobpreist werden, notfalls auch von mir.

Gunther Kruse in Sozialpsychiatrische Informationen 2/2008

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Ulla Schmalz: Das Maß ist voll. Für Angehörige von Alkoholabhängigen. 3.  Auflage, BALANCE buch+medien verlag: Bonn 2011, 180 Seiten, 14.90 Euro