Das Marionetten-Dasein ist vorbei

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Zumindest muss die kleine Diana das geglaubt haben. Die inzwischen erwachsene Diana Jordan, die unter diesem Pseudonym das Buch „Das Marionetten-Dasein ist vorbei – Mein Leben mit der Missbrauchvergangenheit“ geschrieben hat, nennt dies als Grund dafür, sich niemandem anvertraut zu haben.

Stattdessen hat sie schwerwiegende Demütigungen und Kränkungen viele Jahre verdrängt: vom Stiefvater und anderen Männern ab dem Alter von etwa neun Jahren sexuell missbraucht, von der Mutter ungeliebt und abgelehnt. „Mein Selbstwertgefühl war absolut im Keller, das heißt eigentlich gab es keins … Ein dickes Kind ohne viel Grips und nichts wert.“ Diana hat gelernt, aus ihrem Körper auszusteigen, um das Martyrium zu überleben.

Irgendwann hat der Verdrängungsmechanismus offenbar seine Wirkung verloren. Als ihre drei Kinder groß genug sind, hat sie Zeit, sich um sich selbst zu kümmern, ihre Geschichte aufzuarbeiten. Besuch der psychiatrischen Tagesklinik, Therapien, Suizidabsichten, missglückte Beziehungen, Schwierigkeiten mit der eigenen Sexualität – die Autorin beschreibt detailliert, wie sie sich mühsam durch ihre erlebten Kränkungen kämpft. Zeichnet ihren Weg nach, der sie langsam aus dem Dunkel ins Licht, mit therapeutischer Unterstützung zu Selbstliebe, Selbstachtung und Selbstbewusstsein führt. Besonders Klopfakupunktur habe ihr sehr geholfen – und die musikalische Begleitung von Herbert Grönemeyer.

„Heute weiß ich, dass in den vielen Schmerzen und schlechten Erfahrungen auch etwas Gutes gesteckt hat“, schreibt die Autorin. Sie hat sich neuen Lebensmut erkämpft. „Gib niemals auf. Du hast nur dieses eine Leben“, lautet ihr Mut machendes Motto.

Ute Thomsen in Eppendorfer

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Diana Jordan: Das Marionetten-Dasein - Mein Leben mit der Missbrauchsvergangenheit. Paranus Verlag, 184 Seiten, ISBN 3-940636-16-4, 14,80 Euro.