Nicht von schlechten Eltern
Nicht von schlechten ElternEs ist eine wirklich hilfreiche Publikation, die nun nach zehn Jahren neu und aktualisiert vorliegt. Kindern psychisch kranker Eltern und ihren Familien zu helfen: das ist das Anliegen des so leicht lesbaren Buches.
Dies gelingt nicht nur durch die klare, offene Information – beispielsweise über »Vererbbarkeit«, Mythen und Lebensgeschichten –, sondern auch durch die Benennung konkreter Hilfsformen und -stellen. Das Buch macht klar: Beim Verstecken der psychischen Krankheit (eines Elternteils) braucht man nicht mitzuspielen. Vielmehr sollte man neue Regeln aufstellen und zeigen, dass ein offener Umgang – wenn auch kein leichtes, so doch – ein gutes Spiel ist.
Das Buch ist eine aufgeweckte Basishilfe für alle betroffenen Menschen, aber auch für die Fachkräfte, welche in unterschiedlichen Zusammenhängen (ob in Kindergärten, Schulen, Jugendhilfe oder Psychiatrie) mit Kindern psychisch Kranker zu tun haben.
Das frische Layout, welches trotzdem die Seriosität signalisiert, und die sorgfältige Untergliederung der drei Teile – Berichte von Kindern und Eltern, Infos rund um psychische Erkrankungen, praktische Hilfsangebote – erleichtern den ausgewählten Zugriff auf spezifische Fragestellungen. Der Anhang mit einer fundierten »Checkliste zur Risikoeinschätzung«, aktuellen, gut kommentierten Literaturempfehlungen und Internetadressen machen das Buch vollends zu einer Ratgeber, der trotz oder besser gesagt gerade wegen des fachlichen Hintergrunds allen zu empfehlen ist, die Menschen mit psychischer Erkrankung und ihre Angehörigen, insbesondere die Kinder, besser verstehen und begleiten wollen.
Aufklärend – erklärend – klarstellend, ohne zu verklären: so sieht klare Hilfe aus!
Detlef Rüsch, Freising
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Fritz Mattejat, Beate Lisofsky (Hg.): Nicht von schlechten Eltern- Kinder psychisch Kranker Eltern. BALANCE buch + medien, 3. korrigierte Auflage, Bonn 2011, ISBN 978-3-86739-025-5, 224 Seiten, 14,95 Euro





