Worte verändern die Welt

Kleider machen Leute und Worte eine Welt. Wer „Kunden effizient zu sicherer Qualität führen soll“, kann vielleicht Handys verkaufen oder Manager schulen. Aber lässt sich auch soziale Arbeit mit diesen Ausdrücken beschreiben? Ist in dieser Sprache noch Platz für das Wesentliche der Tätigkeit, das Miteinander und den Menschen an sich?

Thomas Erlach, seit 24 Jahren in der sozialen Arbeit tätig, begibt sich auf eine sehr persönlich motivierte Forschungsreise. Sein Ärger über die zunehmende Ökonomisierung im sozialen Bereich hat ihn dazu gebracht, das Thema zu hinterfragen und im Kontext soziologischer Theorien zu betrachten. (…) Erlachs mühevolle Arbeit ist keine Pro- und Contra-Darstellung, sondern eher eine Streitschrift gegen betriebswirtschaftliches Denken in der sozialen Arbeit. (…)

Während Sprachwissenschaftler beobachten, wie sich Sprache im Zeitgeist verändert, sieht Erlach die soziologische Perspektive: Worte prägen das Handlungsgeschehen. Menschen gestalten ihre Welt und Sprache ist ein wichtiges Gestaltungsmittel. Wenn die Begriffe aber von außen befohlen werden, statt sich aus einem lebendigen Umgang zu entwickeln, ist es angebracht, hellhörig zu werden.

Während sich jemand an bestimmte Worte gewöhnt, verinnerlicht er auch die zugehörigen unbewussten Botschaften. Wer „effizient“ arbeiten muss und „Gespräch“ nur nach Zeit und nicht nach Qualität abrechnen soll, wird möglicherweise sein Augenmerk weniger auf das Gegenüber und die Beziehung, als eher auf die Uhr richten.

Verena Liebers in Der Eppendorfer

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Thomas Erlach: Worte verändern die Welt - Die Macht der Sprache in der ökonomisierten sozialen Arbeit. Paranus Verlag, 200 Seiten, ISBN 3-940636-04-1 19,95 Euro.