Tagtraumzeit

Sibylle Prins hat uns ein spannendes Lesekompendium überlassen. Ganz vielseitig und unglaublich informativ. Ihre Nachdenklichkeit bezieht sich auf viele psychiatrierelevante Themen und durchleuchtet mit ihrer eingestandenen Subjektivität die Verhältnisse in und um die Psychiatrie. Tagträume von dem, was anders werden kann und soll.

Nachdenkliche Kritik und humorvolle Einsprengsel bereichern die Lektüre. Ob es nun um Psychopharmaka geht, den Trialog, die Beteiligung Psychiatrie-Erfahrener an der Forschung, stets ist sie klug und ausgewogen in ihren Reflexionen, die versuchen mehrere Facetten des Wirklichen zu beleuchten.

Eingestreute Gedichte regen zum Nachdenken an, die Verbindung von Ernst und Humor gelingt meisterlich.

In vielerlei Hinsicht ist es ein sehr persönliches Buch nicht frei von Traurigkeit und Furcht, doch ebenso Zeichen von Mut und Lebensfreude. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen dabei die Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung.

Deren Rechte sie einklagt, um deren Schicksal zu verbessern. Das Bedenken der Benachteiligten ist ihr ein Anliegen. Und sie schildert ihren Weg aus der Psychose heraus in ein erfülltes Leben, was vielen von uns Mut machen kann. Dabei ist sie durchaus bescheiden und weiß, dass es den »einen Weg« nicht gibt, und jeder auf andere Weise unterwegs ist. In ihren »Ratschlägen zum Unglücklichbleiben« hält sie uns Psychiatrie-Erfahrenen den Spiegel vor und rüttelt uns wach.

Ein Buch der Mitmenschlichkeit, das viele Leser und weite Verbreitung verdient.

Arnhild Köpcke in Sozialpsychiatrische Informationen 3/2010

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Sibylle Prins (2010): Tagtraumzeit Nachdenkzeit Lächelzeit. Neumünster: Paranus Verlag, 204 Seiten, 14,80 Euro