30 Jahre Dachverband
Der Dachverband Gemeindepsychiatrie feierte auf seiner Jahrestagung in Magdeburg seinen 30. Geburtstag. Vom frühen Förderer der Angehörigenbewegung, Unterstützer der Betroffenenorganisation und Sprachrohr der Bürgerhelfer in der Psychiatrie hat sich der Dachverband auf den Weg gemacht, den vielen aus den psychosozialen Hilfsvereinigungen entstandenen Trägervereinen eine Diskussionsplattform zu bieten und politisch insbesondere für die kleinen Träger einzutreten. Als Mitherausgeber der Psychosozialen Umschau sorgt er dafür, dass innovative Vereinsarbeit wie auch die Arbeit der Bürgerhelfer in der Gemeindepsychiatrie gewürdigt werden.
In der gemeinsamen Geschäftsstelle mit dem Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker wird seit Jahren Verwaltungsarbeit auch für den Bundesverband der Psychiatrie-Erfahrenen geleistet. Vernetzung und trialogisch - quadrologisches Arbeiten soll keine Worthülse sein, sondern gelebter Alltag.
Das 30. Jahr ist aber nicht nur ein Jubiläumsjahr, sondern steht auch für einen Neuanfang. Christian Zechert, vormals wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bielefeld-Bethel und schon lange Vorstandsmitglied des Dachverbandes, hat die Geschäftsführung des Dachverbandes von Hansgeorg Ließem übernommen, der noch verschiedene Projekte als freier Mitarbeiter koordiniert; sein besonderes Interesse wird dabei weiterhin der Soziotherapie gelten, für die er sich in den drei Jahren als Geschäftsführer besonders stark gemacht hat. Christian Zechert sieht den Schwerpunkt seiner Arbeit darin, den Dachverband künftig stärker als zuverlässigen Ansprechpartner für die Trägervereine zu repräsentieren, ohne seine guten Beziehungen zu Betroffenen, Bürgerhilfe und Angehörigen zu vernachlässigen. Sein Ziel ist es, den Dachverband insgesamt kommunikativer zu gestalten, aber auch konkrete innovative Projekte zu entwickeln, z.B. an den Schnittstellen zum SGB V. Er weiß sich dabei der Unterstützung von Birgit Görres sicher, die nach ihrer Elternzeit dem Dachverband jetzt halbtags als Fachreferentin zur Verfügung steht.
An der personellen Neuaufstellung und Verstärkung wird sichtbar, dass der Dachverband seine Koordinierungs- und Dienstleistungsfunktionen an der psychiatrischen Basis ausbauen und sich keinesfalls auf den historischen Lorbeeren ausruhen möchte. Im Gegenteil: In Zeiten knapper Kassen ist es insbesondere für private Träger und Ehrenamtliche wichtig zu wissen, wo sie ihr Knowhow effektiv einbringen und ihre Dienstleistungen am besten anbieten können. Der Dachverband könnte ihre "Fortbildungsagentur" sein, wie ihr ehemaliger Geschäftsführer und langjähriger Wegbegleiter Arnd Schwendy es in seiner Jubiläumsrede formulierte. (kk)