Jahrestagung Dachverband Gemeindepsychiatrie 2011 Leipzig Tagungsdokumentation
"Ambulant statt stationär". Die diesjährige Jahrestagung stieß auf ein so breites Interesse, dass das Tagungsbüro eine große Warteliste anlegen musste, denn 4 Wochen vor Tagungsbeginn waren die 300 Plätze vergeben. Der Dachverband Gemeindepsychiatrie geht zusammen mit Experten und Krankenkassen davon aus, dass ein Schwerpunkt psychiatrischer Aktivitäten zukünftig in der Gemeinde liegen wird.
Provokant und innovativ wie der Titel war das diesjährige Programm.
Die Entwicklung der Psychiatrie ist in schnelles Fahrwasser geraten, an dem keiner der Akteure vorbeischauen kann. Große Chancen für eine regionale, flächendeckende, bedürfnisangepasste, ambulante Ausrichtung sind genauso in greifbare Nähe gerückt wie die Gefahr einer Versorgungssteuerung durch profitorientierte Konzerne.
Für die diesjährige Jahrestagung haben wir für Sie die Referenten und Diskussionsforen gesucht und gefunden, die Orientierung in diesem komplexen Handlungsgefüge vermitteln.
Begrüßung
Wolfgang Faulbaum-Decke, Vorsitzender des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie, erklärte die Bedeutung und die Entwicklung von „ambulant statt stationär“.
Andreas Müller, Bürgermeister Leipzig freute sich, dass der Dachverband Gemeindepsychiatrie Leipzig als Tagungsort ausgesucht hatte und brachte dies in seiner sachkundigen Rede begeistert zum Ausdruck.
Kay Herklotz, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen erklärte, in einer besonderen Mischung aus Landessprache und Historie den Stand der Dinge in der sächsischen Psychiatrielandschaft. [mehr]
Andrea Mrazek, M.A., M.S.(USA), die Präsidentin der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer, freute sich über das Zusammenwachsen von Gemeindepsychiatrie und Psychotherapie. [mehr]
Die Tagung war bis auf den letzten Platz besetzt.
Vorträge
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Maria Nollau | Thomas Seyde |
Maria Nollau, Chefärztin im Verbund gemeindenaher Psychiatrie Leipzig & Thomas Seyde, Psychiatriekoordinator Leipzig erläuterten die Historie der psychiatrischen Entwicklung der Stadt Leipzig und was sich bis heute daraus eindrucksvolles entwickelt hat: Gemeindepsychiatrischer Verbund/Verbund gemeindenaher Psychiatrie Leipzig - Ein Modell ambulanter Versorgung.
Ingo Ulzhoefer, Halstenbek, Psychiatrie-Erfahrener, stellte seine persönlichen Wünsche und Forderungen an die Gemeindepsychiatrie vor in seinem Vortrag: "Was wir von der Gemeindepsychiatrie erwarten". [mehr]
Christian Zechert, Bielefeld, erläuterte in seiner Einführung: „Gute Arbeit braucht Daten – Versorgungsforschung und Gemeindepsychiatrie“ die Wichtigkeit von wissenschaftlicher Begleitforschung.
Den Stand der Dinge in Bezug auf Gemeindepsychiatrie und Versorgungsforschung stellte PD Dr. Reinhold Kilian von der Uni Günzburg vor. [mehr]
Die S 3 Leitlinien „Psychosoziale Therapien“ und ihre Bedeutung für die Gemeindepsychiatrie erläuterte Herr Prof. Dr. Thomas Becker von der Universität Ulm. [mehr]
Workshops
Workshop 1
Dr. Martha Ertl-Gehrke |
Dr. Martha Ertl-Gehrke und Dr. med. Christina Andersen berichteten über die positive Entwicklung in Bayern durch die Kooperation des Ärztenetzwerkes Brain – Insight mit Gemeindepsychiatrischen Trägern im Bereich Integrierter Versorgung. Das Ende der „Drehtür-Psychiatrie“? Neue Wege der psychiatrischen Versorgung – Ärztenetzwerke und Gemeindepsychiatrie. [mehr]
Workshop 2
Den Gemeindepsychiatrischen Verbund als ambulante Alternative stellte Ansgar Piel vom Sozialpsychiatrischen Dienst Peine in seinem Workshop vor. [mehr]
Workshop 3
Kay Herklotz vom Psychosozialen Trägerverein Dresden berichtete über die MVZ Gründung durch einen Gemeindepsychiatrischen Träger und diskutierte die Bedingungen im Workshop. [mehr]
Workshop 4
Der bekannte Psychiater und Vorstandsmitglied des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie Dr. Volkmar Aderhold erläuterte und diskutierte mit den Teilnehmern die Grundpfeiler der Qualifizierung im systemischem Hometreatment: bedürfnisangepasst und dialogisch. [mehr]
Workshop 5
Katrin Roßberg
Welche Bedingungen erforderlich sind für die Umsetzung von Inklusion in der Gemeindepsychiatrie war das Aufgabenfeld des Workshops von Katrin Roßberg Brücke Lübeck und einer Psychiatrie-Erfahrenen von der Inklusions AG Brücke Lübeck. [mehr]
Workshop 6
Das in Deutschland mittlerweile in 46 Regionen erfolgreich von Gemeindepsychiatrischen Trägern umgesetzte Schulprojekte „Verrückt – Na und!“ Gemeindepsychiatrie und Schulprojekte stellte Norbert Göller von Irrsinnig Menschlich aus Leipzig vor.
Workshop 7
Dr. Tina Wessels von der Bundespsychotherapeutenkammer Berlin kristallisierte in ihrem Workshop mögliche Implikationen für die Gemeindepsychiatrie bei Entwicklung des neuen Entgeltsystems für Psychiatrie und Psychosomatik heraus.
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Tagungsbüro | Tagungssaal |
Workshop 8
Thomas Seyde |
Sozialraumorientierung, Bürgerschaftliches Engagement und Betroffenenorientierung in der Gastgeberstadt Leipzig waren das Thema des Workshops von Thomas Seyde dem Psychiatriekoordinator der Stadt Leipzig und Rosi Haase von Durchblick e.V.
Workshop 9
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Peter Lehndorfer |
Die besondere Problematik von Psychisch kranken Kinder zwischen den Stühlen unter der dem Gesichtspunkt der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Psychotherapeuten war die Ausrichtung des Workshops von Peter Lehndorfer von der BPtK Berlin. [mehr]
Wie gut die Vernetzung der Hilfen klappt stellte Stefanie Hauk am Beispiel des Jugendamtes Leipzig vor. [Auryn] [Leipziger Netzwerk] [Präventiv aufsuchend arbeitendes Team]
Workshop 10
Wie der passgenaue Einsatz verschiedener SGB´s im Arbeitsbereich psychisch kranke Menschen ins Arbeitsleben zurückbringen kann war das Thema des Workshops von Achim Dochat von der Bergischen Diakonie, Wuppertal. [mehr]
Workshop 11
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Uwe Flohr | Hildegunt Schütt |
Ein Informationsprojekt für Schulen zum Thema Psychische Erkrankungen bei jungen Menschen wurde von Uwe Flohr (Ersatz), Vorstand‚ Hilfe für psychisch Kranke e.V. Bonn/Rhein-Sieg vorgestellt. [mehr]
Hildegunt Schütt, Vorstand des Vereines Hilfe für psychisch Kranke e.V. Bonn/Rhein-Sieg stellte im 2. Teil das Projekt Externes Arbeitstraining vor. [mehr]
Workshop 12
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Thomas Vogelsang | Kathrin Rieckhof-Kempen |
Thomas Vogelsang & Kathrin Rieckhof-Kempen vom NWpG Berlin berichteten über den Offenen Dialog in der Praxis als hervorragende Methode in der Integrierten Versorgung. [mehr]
Workshop 13
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W. F.-Decke | S. Mayer-Kaven | Thomas Pirsig |
Über den Stand der Dinge im neuen Feld: „Integrierte Versorgung im Netzwerk durch Gemeindepsychiatrische Anbieter“ berichtete Thomas Pirsig vom Dachverband Gemeindepsychiatrie, Bonn. [mehr]
Beispiele zum Thema Vertragswesen und Umsetzung wurden von Wolfgang Faulbaum-Decke und Stefan Mayer-Kaven eingebracht.
Workshop 14
Dass Alt werden in Gütersloh kein Problem ist, wenn man Vernetzte Versorgungssysteme für Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen vorhält, war die Grundlage des Workshops von Marlene Kuhlmann von Daheim e.V. Gütersloh.
Vorträge
Über Zukunftsperspektiven der Gemeindepsychiatrie aus europäischer Sicht wußte Josée Van Remoortel, MHE Senior Policy Adviser, in Brüssel vieles positives zu berichten.
Welche Zukunftsperspektiven die Gemeindepsychiatrie aus Sicht der Psychiatrieerfahrenen entwickeln sollte war der Leitfaden des Vortrages der Unternehmerin Gudrun Tönnes aus Münster. [mehr]
Dr. Christina Tophoven, Geschäftsführerin der Bptk Berlin gab einen Überblick über die laufende Gesetzgebungsverfahren als Perspektiven für die Versorgung psychisch kranker Menschen. [mehr]
Dr. Ellis Huber vom Vorstand Secuvita, Berlin berichte sehr engagiert über die Integrierte Versorgung und Zukunft der Psychiatrie. [mehr]
Wolfgang Faulbaum–Decke, Vorsitzender Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V., fasste noch einmal in deutlichen Worten die Essenz der Tagung zusammen und gab einen Ausblick auf die zukünftigen Aktivitäten des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie.
Birgit Görres, Geschäftsführerin des Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. Bonn, moderierte die Tagung.
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