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40 Jahre Psychiatrie-Enquete, 40 Jahre Dachverband Gemeindepsychiatrie

 

Festakt zum Jubiläum

 

Der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. feierte am 15. Juni 2016 dort sein vierzigjähriges Jubiläum, wo alles begann – im Rheinland. Zu den Gästen, die zum Festakt ins Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum eingeladen sind, gehörten neben Vertretern aus der Politik auch viele Wegbegleiter der Organisation.

Seit seiner Gründung im Jahr 1976 setzt sich der Dachverband für die Rechte psychisch erkrankter Menschen ein und hat zusammen mit seinen 210 Mitgliedsorganisationen eine Versorgungslandschaft mit aufgebaut, in der sich die Behandlung an den Bedürfnissen und der Lebenswelt der Menschen orientiert.

Zusammen mit vielen Weggefährten aus der Zeit der Psychiatrie-Reform bis heute feierte der Verband mit zahlreichen geladenen Gästen im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum. Die wichtige Rolle des Dachverbands Gemeindepsychiatrie bei der Ausgestaltung lebensweltorientierter Behandlung und Unterstützung in Deutschland in den 40 Jahren seit der Psychiatrie-Enquete lobten die Gastredner und Rednerinnen der Stadt Köln sowie der Gesundheitsministerien des Landes NRW und des Bundes. Zeitzeugen berichteten im Anschluss in einer Podiumsdiskussion darüber, welche Themen, die Gemeindepsychiatrie damals bewegt haben, was heute aktuell ist und welche Aufgaben in der Zukunft anstehen werden. 

Die seelische Gesundheit zu stärken, ist heute so wichtig wie nie zuvor, denn in unserer hektischen Leistungsgesellschaft werden immer mehr Menschen psychisch krank. Viele kennen das aus eigener Erfahrung: Im Büro fehlen die Kollegen wegen eines Burnouts, ein Angehöriger leidet an Alkoholsucht und man selbst liegt nachts wach und hat Angst, den vielen Anforderungen des Alltags nicht gerecht zu werden. Untersuchungen wie der Gesundheitsreport 2015 der DAK belegen, dass psychische Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen sind und sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt haben.

Wenn die Seele auf der Strecke zu bleiben droht, dann ist es wichtig, die Menschen mit Ihren Problemen nicht alleine zu lassen: Gemeindepsychiatrische Anbieter sorgen hier im Netzwerk mit Therapeuten, Ärzten, Betreuern und ehrenamtlichen Helfern dafür, dass Betroffene wohnortnahe und niedrigschwellige Hilfen erhalten. So können Verschlechterungen der Krankheitssymptome oft frühzeitig verhindert werden. Menschen mit schweren und chronischen psychischen Störungen ermöglichen die Trägerorganisationen des Verbands, darunter Selbsthilfevereine, Kliniken Therapeuten und Integrationsfirmen ein Leben in der Gemeinschaft durch ambulante Unterstützungen, verschiedene Wohnformen und inklusive Arbeitsmöglichkeiten.


Begrüßung

Wolfgang Faulbaum-Decke, Vorsitzender Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V.,

Die erreichten Erfolge der Gemeindepsychiatrie in den letzten 40 Jahren sah der Vorsitzende des Dachverbands auch als einen Wegweiser für die Zukunft: „Es ist unsere gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, das Wohl des Menschen als Mittelpunkt unserer Arbeit zu sehen und unser Handeln danach auszurichten. Entsprechend müssen sich Institutionen wie der Dachverband Gemeindepsychiatrie – und regionale Hilfeleistende der Gemeindepsychiatrie wie auch Krankenhäuser, Kirchen und Behörden weiterentwickeln und ihre Kräfte in Netzwerken bündeln. Die politisch Verantwortlichen müssen die Rahmenbedingungen und Finanzierungsgrundlagen dafür schaffen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen auch in Zukunft jene ambulanten Unterstützungsmöglichkeiten erhalten, die sie stark machen und als selbstbestimmte Bürger an der Gesellschaft teilhaben lassen“, so Wolfgang Faulbaum-Decke.

 

Grußworte

"40 Jahre Dachverband Gemeindepsychiatrie"

Elfi Scho-Antwerpes, stellvertretende Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

[zum Grußwort]

 

"Lebensweltorientierte Hilfen: Gestern und Heute."

Jörg Holke, Referatsleiter des Referats Psychiatrie im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

[zum Grußwort]



"Wie sieht der Bund die Perspektiven zur weiteren ambulanten Versorgung?"

Dr. Volker Grigutsch, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Gesundheit, Berlin/Bonn

[zum Grußwort]
 


Musikalisch untermalt wurde der Festakt durch die Kölner Band Wooden Street Syndicate. Das Duo spielte auf der interessanten Instrumentekombo aus Didgeridoo und Lap Tapping Guitar funkig-rockige Songs aus ihrem aktuellen Album „Streets Of Consciousness“.

Mehr Informationen unter: www.facebook.com/Woodenstreetsyndicate

 

Bürgermeisterin Efi Scho-Antwerpes lobt die Aufbereitung der Historie der Gemeindepsychiatrie im kürzlich erschienen Jubiläums-Reader des Dachverbands. Mehr Informationen zum Reader und Bestellmöglichkeiten finden Sie unter: www.psychiatrie.de/dachverband/40-jahre-dachverband

 

Forum mit Zeitzeugen

Eine Bewegung aus engagierten Bürgern, Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung und Angehörigen machte dagegen ab Ende der 1960er mobil. Sie prangerten die Zustände in den Großkliniken an und forderte unter Protestsprüchen „Irren ist menschlich!“ und „Freiheit heilt!“ ein Ende des Wegsperrens und einen menschlichen und respektvollen Umgang mit den Patienten. Der im September 1975 erschienene „Bericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland“ (auch Psychiatrie-Enquete genannt), erstellt von einer Sachverständigenkommission aus Mitarbeitern aller Bereiche der Psychiatrie im Auftrag des Bundestages, gab den Kritikern recht. Im Zuge der folgenden Psychiatrie-Reform und der Auflösung der Großkrankenhäuser bildeten sich in Deutschland viele sogenannte Hilfsvereine und später Leistungsanbieter, die die Unterstützung der Betroffenen übernahmen und aus denen sich 1976 der Dachverband gründete, damals noch unter dem Namen "Dachverband Psychosozialer Hilfsvereinigungen e.V."
Seit diesen frühen Jahren und bis heute gab und gibt es Menschen, die den Dachverband geprägt haben. Vier dieser "Zeitzeugen" aus dem Verband sowie der Betroffen- und Angehörigen-Selbsthilfe kamen auf dem Podium zusammen, um sich an die Entwicklungen damals und heute zu erinnern.

(Foto v.l.)
Wolfgang Faulbaum-Decke
ist seit 2009 Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie e.V. und Geschäftsführer des Dachverbandsmitglied Brücke gGmbH, Kiel. Er setzt sich für eine personenzentrierte ambulante, vernetzte und sektorenübergreifende Behandlung psychisch erkrankter Menschen ein. Der Dachverband und seine Trägerorganisationen sind für ihn die Akteure, die in Deutschland Inklusion und Teilhabe für die Betroffenen umsetzen. Im Hinblick auf die Zukunft forderte er insbesondere die Politik dazu auf, Reformen wie das geplante Bundesteilhabegesetz so auszugestalten, dass sie gemeindepsychiatrische Strukturen stärken und das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Mirko Olostiak, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener e.V., Freiburg. Anlässlich des Jubiläums las er Grußbotschaften von Dorothea Buck, Ehrenvorsitzende des BPE und sowie Vorstandsmitglied Matthias Seibt. Herr Olostiak bringt als psychiatrie-erfahrener Beisitzer wichtige Themen und Positionen des BPE - z.B. die Infragestellung der Konstruktion psychischer Erkrankungen, Zwang in der Psychiatrie und Kritik an Pharmaindustrie und Ärzten - in den Vorstand des Dachverbands ein.
Waltraud Matern, Münster. Frau Matern war 1960 eine der ersten Sozialarbeiterinnen in einer psychiatrischen Klinik, zuerst in Eickelborn, dann in Marsberg. Sie war Mitglied in der Enquete-Kommission und neben Dr. Helmut Koester, Dr. Bosch, Michael Klos und Jürgen Thebrath im ersten Vorstand des Dachverbands.

(Foto v.l.)
Hildegunt Schütt, Bonn, hat die Angehörigenarbeit im Dachverband mit aufgebaut und geprägt. Sie war die ersten acht Jahre Vorsitzende des 1985 gegründeten Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker. Hildegunt Schütt war im Vorstand des Dachverbands Psychosozialer Hilfsvereinigungen engagiert und setzte und setzt sich für eine partnerschaftliche und politische Zusammenarbeit aller Akteure der Gemeindepsychiatrie und Selbsthilfe ein.
Moderation: Birgit Görres, Geschäftsführerin Dachverband Gemeindepsychiatrie.

 

Grußbotschaft von Dorothea Buck

Dorothea Buck schickte zum Jubiläum eine Videobotschaft. Darin lobt die 99-jährige Ehrenvorsitzende des Bundesverbands der Psychiatrie-Erfahrenen e.V. die Arbeit der Betroffenen-Selbsthilfe und die Unterstützung des Dachverbands bei der Gründung des BPE Anfang der 1990er.

Das Video finden Sie bei YouTube unter: www.youtube.com/watch?v=cAHAuNn4XF8

 

Stehempfang im Foyer des Museums



Galerie mit vielen weiteren Fotos vom Jubiläumsfestakt

[zur Galerie]

 

 


 

 

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