» Wie funktioniert Kommunikation?


Kommunikation ist der komplexe Prozess der Informationsübertragung zwischen Menschen. Wir unterscheiden zwischen dem, der die Information aussendet (Sender) und dem, der die Information hört (Empfänger). Bei der Informationsübermittlung spielen die gesagten Worte eine Rolle (verbale Anteile), aber wir erhalten auch Informationen über Gestik, Mimik, Tonfall, Körperhaltung, Stimmlage, Betonung, usw. (nonverbale Anteile). Dabei übermitteln sich auch solche Dinge wie die Einstellung zueinander, man entwickelt Annahmen über die innere Haltung des Gesprächspartners. Kommunikation ist nie objektiv, sondern immer von den Personen abhängig, die miteinander im Kontakt sind.

Wenn eine Nachricht gesendet wird, transportiert diese vier verschiedene Informationsaspekte:

  • Sachinformationen: Welche sachliche Information wird übermittelt? Worüber informiere ich?
  • Beziehungsinformationen: Welche Einstellung habe ich zum Gegenüber? Wie gut bin ich mit ihm im Kontakt?
  • Selbstoffenbarung: Welche Informationen über mich und meine Gefühle stecken in der Botschaft? Was offenbare ich über mich?
  • Appell: Was versuche ich durch meine Botschaft beim anderen zu bewirken? Wozu will ich den anderen bewegen?

Ebenso hängt es immer von der eigenen Befindlichkeit, der eigenen Interpretation des Gesagten und der Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern ab, mit welchem Ohr (Sachohr, Beziehungsohr, Selbstoffenbarungsohr oder Appellohr) wir etwas hören.

Kommunikation mit einem erkrankten Familienmitglied ist manchmal sehr anstrengend, es kann zu Missverständnissen und Konflikten kommen. Oft würde man in solch einer Situation den anderen gerne ändern, an ihm rütteln. Aber einen anderen Menschen kann keiner ändern, daher ist es immer notwendig, nicht nur auf das zu gucken, was der andere anders machen könnte, sondern auch sich selbst zu hinterfragen. Ein „Fallstrick“ bei der Kommunikation sind unsere eigenen Bewertungen und Interpretationen.

Übung

Stellen Sie sich vor, das erkrankte Familienmitglied sagt zu Ihnen: „Ich gehe heute mit Tanja Eis essen!“ Wie Sie sehen, kann dieser schlichte Satz sehr viele verschiedene Gedanken, Gefühle und Reakionen auslösen:

     

Interpretation

Gefühle

Verhalten

Er ist dann von 16 bis 18 Uhr nicht da.

Enttäuschung 

Rückzug

Eis macht dick und ist ungesund.

Sorge

Vortrag über gesunde Ernährung

Er geht nie mit mir weg.

Ärger

Vorwurf

Ich brauche dann heute kein Abendessen zu machen, dann habe ich mal ein paar Stunden für mich.

Erleichterung

Freunde treffen

Auf welchem "Ohr" hören Sie gut?

 
Bestimmte Interpretationen und Gedanken beeinflussen unsere Gefühle, unseren Selbstwert, manchmal sogar unseren Körper. Beispielsweise verspürt man bei Ärger Magendrücken oder bekommt Herzklopfen. Unsere Gefühle sagen uns, wie wir uns gerne verhalten würden und bestmmen mit, für welches Verhalten wir uns dann entscheiden. Unsere Reaktion wiederum beeinflusst das Verhalten des anderen.

Da viele der Variablen, die die Kommunikation mitbestimmen, für den anderen unerkannt bleiben, ist dieses Kommunikationsmodell einem Eisberg vergleichbar. Von außen sind nur Aktion und Reaktion der beiden Kommunikationspartner zu sehen – was unter der Wasseroberfläche abläuft, bleibt meinst unsichtbar. Das heißt, wir sollten immer in Betracht ziehen, dass etwas anders ankomt, als wir es gemeint haben.