Neuroleptika-Debatte

Mortalität durch Neuroleptika von Volkmar Aderhold

Die wissenschaftliche Psychiatrie hat in der Schizophrenieforschung der letzten fünfzehn Jahre ihre Ressourcen im Wesentlichen für Genetik, Bildgebung und Atypika eingesetzt. Die therapeutischen Innovationsbemühungen der letzten Jahre betrafen vor allem die Neuroleptika: Förderung der »Compliance« (z. B. durch Psychoedukation) und möglichst frühe Einnahme nach Ausbruch einer Psychose als Verkürzung der »DUP«2 bzw. bereits vor der akuten Psychose als »Früherkennung«. Diese reduktionistischen Fragestellungen sind wesentlich auch Ergebnis der Einflussnahme des pharmaindustriellen Komplexes. Ausdruck der Pharmaabhängigkeit ist die Verharmlosung des Nebenwirkungsspektrums der Atypika und die völlig unwissenschaftliche Fehlattribuierung der Atypika als quasi heilsam und dem Insulin des Diabetikers analog. Diese Verharmlosung hat auch die fatale Off-Label-Anwendung der Atypika für nichtpsychotische Störungen - am schlimmsten bei Kindern - vorbereitet. Alle diese wissenschaftlichen und therapeutischen Bemühungen haben - obwohl große Geldsummen eingesetzt wurden (konservative Schätzung 150 Mrd. Euro) - zu enttäuschenden Ergebnissen geführt und keine wirkliche Verbesserung der Behandlung und des Verlaufs psychotischer Störungen bewirkt.

Den vollständigen Artikel (erschienen in: »Soziale Psychiatrie« Nr. 118, 4/2007) können Sie in unserem Downloadbereich lesen/herunterladen.


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»Historische Chance versäumt«

Anmerkungen zur Verabschiedung des »Gesetzes zur Regelung der betreuungsrechtlichen Einwilligung in eine ärztliche Zwangsmaßnahme«

von Volkmar Aderhold

Hat die Zeit gereicht für ein wirklich gutes neues Gesetz zur Anwendung von
Zwang und Zwangsmedikation in der Psychiatrie? Für ein Gesetz, das schwer kranke Patienten verdient haben? Fast immer handelt es sich um Menschen mit vielen negativen Beziehungs- und Lebenserfahrungen und mit frühen interpersonellen Traumatisierungen...
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Krank oder bloß ganz anders? - Ankündigung zu einer Radiosendung des Deutschlandfunks am 15.02. um 19:15 Uhr

Foto: M. Hoffmann

Schizophrenie.
Eine Vergangenheitsbefragung Von Christina Pannhausen und Matthias Hof


Dorothea Buck aus Hamburg ist 95 Jahre alt und hat in ihrem Leben mehrere psychotische Schübe erlebt. Nach ihrem ersten Schub wurde sie als junge Frau in der Nazizeit zwangssterilisiert. Im Laufe der Jahrzehnte hat sie die psychiatrischen Methoden, mit Schizophrenie umzugehen, buchstäblich am eigenen Leib erlebt.

Am Freitag, 15.02. wird um 19:15 Uhr auf der Seite des Deutschlandfunks der Beitrag über Dorothea Buck gesendet, der auch Online zu verfolgen ist. [Link]

Memorandum der DGSP zur Anwendung von Neuroleptika

Aktualisierte Neuauflage!

Seit mehr als fünf Jahren beschäftigt sich die DGSP intensiv und kritisch mit der Problematik der Psychopharmakatherapie in der Psychiatrie. Das Ergebnis, basierend auf der aktuellen Forschung, hat der Vorstand der DGSP in einer neuen Auflage seines »Memorandum zur Anwendung von Neuroleptika « zusammengefasst. Das Positionspapier will zum weiteren Diskurs in der für psychisch erkrankte Menschen so wichtigen Frage der Neuroleptikabehandlung anregen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Das Memorandum kann angefordert werden unter: dgsp@netcologne.de
[Zur PDF

 

Schreiben Friedrich Walburgs an den Gemeinsamen Bundesausschuss und den GKV Spitzenverband zur Integrierten Versorgung

Das Schreiben Friedrich Walburgs [Zur PDF] und die jeweiligen Antworten des Ge- meinsamen Bundesauschusses [Zur PDF] bzw. des GKV Spitzenverbands [Zur PDF].

"Heimlich zum unheimlichen Partner"

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In der Ausgabe der »Sozialen Psychiatrie« vom Juli 2011 mit dem Titel »Begegnungen« befasst sich Volkmar Aderhold mit dem Thema Versorgungsverträge zwischen Pharmaindustrie und Krankenkassen. Den vollständigen Artikel dazu finden Sie hier. [Zur PDF]

Berichterstattung über die Anwendung von Neuroleptika im Fernsehprogramm des SWR

Am 26. August 2010 sendete der SWR die Wiederholung einer Berichterstattung über die Anwendung von Neuroleptika. Nähere Informationen dazu finden Sie hier. [Zur PDF]

Beiträge zur Tagung "Richtig eingestellt? Gratwanderung Neuroleptika!"

Bei der am 29. September 2009 von der DGSP veranstalteten Tagung zum Thema Neuroleptika kamen einige interessante und informative Beiträge von ExpertInnen aus In- und Ausland zusammen. Hier finden Sie nochmals das Informationsblatt zur Tagung [Zur PDF] sowie die Beiträge von Prof. i. R. Gertraud Teuchert-Noodt [Zur PDF], Klaus Lehtinen [Zur PDF], Herrn Bruno Müller-Oerlinghausen [Zur PDF] und Stefan Weinmann [Zur PDF].