Parlamentarisches Frühstück (November 2000)

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker eröffnet Gespräch mit Politikern 



Bei einem Parlamentarischen Frühstück am 29. November 2000 direkt am Reichstag in Berlin diskutierte der Vorstand des Bundesverbandes über die Situation seelisch Kranker und ihrer Angehörigen. Eingeladen waren Bundestagsabgeordnete der verschiedenen Fraktionen, um sich über die Situation psychisch kranker Menschen und ihrer Familien und die Rolle der Selbsthilfe der Angehörigen zu informieren. »Nach wie vor ist es traurige Realität, dass psychisch Kranke gegenüber körperlich Erkrankten benachteiligt werden«, erläuterte Dr. Alfred Speidel, Vorsitzender des BApK. So seien beispielsweise die standardisierten Hilfen zur Rehabilitation für die besondere Situation chronisch psychisch Kranker oft nicht anwendbar. »Durch innovative Therapien, die eine Kombination aus Psychotherapie, Soziotherapie, Psychoedukation und modernen, hochwirksamen Medikamenten beinhalten, ist vielen Erkrankten eine weitgehend normale Teilhabe am Leben möglich. Dennoch werden vielen psychisch Kranken aus Kostengründen moderne Medikamente mit gravierend verbesserter Verträglichkeit vorenthalten«, sagte Speidel.

Die Vertreter des BApK wiesen in Berlin darauf hin, dass die schwierige Situation seelisch Kranker und ihrer Familien durch ein gesamtgesellschaftliches Zusammenwirken erleichtert werden könne. Eine konstruktive Kooperation von den Selbsthilfeverbänden, Fachkreisen, Kostenträgern, Politik und privaten Initiativen könne sicherstellen, dass den Betroffenen endlich eine bestmögliche Behandlung und Rehabilitation zuteil wird.

Die anwesenden Politiker, u. a. Monika Knoche, Bündnis 90/Grüne, Helga Kühn-Mengel, SPD, und Ulf Fink, CDU, zeigten sich sehr am Dialog interessiert. Christian Lange, SPD-Abgeordneter aus Baden-Württemberg, der den Anstoß für dieses Treffen gegeben hatte, sicherte seine Unterstützung bei der Schaffung einer Lobby auch im bundespolitischen Bereich für psychisch Kranke und ihre Familien zu. Nun gilt es, den begonnenen Dialog weiter auszubauen.