Integrationsfachdienste (IFD)

IFD dienen der Betreuung behinderter Menschen und insbesondere auch seelisch Behinderter im Arbeitsleben. Die Dienste sind im Normalfall bei freien Trägern angesiedelt und oft mit anderen Einrichtungen und Diensten desselben Trägers verknüpft. Die Mitarbeiter sind Sozialarbeiter und Psychologen, teilweise auch Arbeitstherapeuten. Die Kosten werden aus Mitteln der Ausgleichsabgabe getragen, jenen Beiträgen, die Arbeitgeber zu entrichten haben, wenn sie ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Schaffung von Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen nicht nachkommen.

Für die Nutzer ist die Tätigkeit dieser Dienste grundsätzlich kostenlos. Rechtsgrundlage ist das Schwerbehindertengesetz, woraus sich im Hinblick auf die Klientel wie auch auf die Arbeitsweise einige Unterschiede zu anderweitigen Beratungsstellen ergeben.

Betreut werden vorrangig Personen, die einen Schwerbehindertenausweis besitzen oder die einem Schwerbehinderten gleichgestellt sind. Diese gesetzliche Einschränkung ist umstritten, weil psychisch Kranke, die (noch) keinen Schwerbehindertenausweis beantragt haben, damit von einem Angebot ausgeschlossen werden, das sie ohne diese Etikettierung durchaus in Anspruch nehmen würden. Teilweise werden die Dienste dennoch für diese Menschen tätig. Es muss sich dann aus einem fachärztlichen Gutachten ergeben, dass sie voraussichtlich einen solchen Ausweis erhielten, wenn sie das Antragsverfahren betreiben würden.

Die Integrationsfachdienste werden u. a. vom Integrationsamt eingeschaltet, wenn ein Arbeitgeber die Zustimmung der Hauptfürsorgestelle zur Kündigung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers beantragt und die Hauptfürsorgestelle den Eindruck hat, dass durch eine psychosoziale Betreuung unter Umständen das Arbeitsverhältnis aufrechtzuerhalten ist.

Es können sich jedoch auch psychisch kranke oder behinderte Menschen selbst oder auf Vermittlung anderer Einrichtungen an den Integrationsfachdienst wenden; ebenso steht er den jeweiligen Arbeitgebern zur Verfügung. Daneben hat der Integrationsfachdienst die Möglichkeit, mit Einverständnis aller Beteiligten in den Betrieb zu gehen und dort beispielsweise Konfliktsituationen zwischen dem behinderten Mitarbeiter und Kollegen oder Vorgesetzten zu entschärfen oder Veränderungen des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsaufgabe innerhalb des Betriebes anzuregen.

Im Unterschied zu anderen psychosozialen Beratungsstellen verfügen die Mitarbeiter dieser Fachdienste meist über eine gute Kenntnis des regionalen Arbeitsmarktes und der betrieblichen Arbeitsbedingungen. Wenn ein Verbleib im Betrieb oder am bisherigen Arbeitsplatz nicht realistisch erscheint, kann der Integrationsfachdienst Angebote der beruflichen Rehabilitation oder Umschulung vermitteln. Auch bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, bei der Vorbereitung auf Bewerbungssituationen usw. sind die Dienste behilflich.

Eigenständige Angebote für Angehörige psychisch Kranker gehören im Allgemeinen nicht zu den Schwerpunkten der Dienste. Jedoch sollten Angehörige sich nicht von vornherein entmutigen lassen, auch für ihre eigenen Sorgen hinsichtlich der beruflichen Zukunft ihres psychisch kranken Familienmitgliedes dort Gehör zu suchen. Gerade wenn zwischen dem Erkrankten und den Menschen seines Umfelds unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich seiner beruflichen Zukunft bestehen, kann ein neutraler Fachdienst hilfreich vermitteln.

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