Integrationsbetriebe

Integrationsbetriebe sind (fast) normale Unternehmen. Sie bieten Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, die ohne eine besondere Unterstützung oder einen besonderen Rahmen nicht in der Lage sind, sich im allgemeinen Arbeitsmarkt zu behaupten. In diesem Sinne sind sie »soziale Unternehmen«. Gleichwohl bewegen sie sich im wirtschaftlichen Wettbewerb und fordern von ihren Beschäftigten ein Maß an Leistung, dass im Durchschnitt 60 bis 70 % einer normalen Leistungsfähigkeit beträgt.

Mit Stand März 2010 existieren in Deutschland 650 Integrationsunternehmen. Diese beschäftigen über 20 000 Menschen, darunter viele (behinderungsbedingt) auf Teilzeitstellen. Die gesamte Wirtschaftsleistung der Betriebe dürfte bei etwa einer halben Milliarde Euro liegen.

(Fast) normale Unternehmen – normale Arbeitsplätze

Integrationsunternehmen bieten reguläre Arbeitsplätze zu regulären Bedingungen:

  • ortsüblicher oder Tariflohn;
  • sozialversicherungspflichtige Beschäftigung;
  • (wenn möglich) Dauerarbeitsverhältnisse.

Die Geschäftsfelder sind vielfältig. Industrielle Produktion, Dienstleistungen, Einzelhandel, Gastronomie und viele andere gehören hierzu.

Damit der nicht selten hohe Arbeits- und Termindruck bewältigt werden kann, sind mindestens die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Menschen ohne Behinderung. Bei den Rechten und Pflichten der Beschäftigten gibt es keine Unterschiede. Es gibt gleiches Geld für gleiche Arbeit, Vorgesetzte und Führungskräfte können Menschen mit und ohne Behinderung sein.

Entsprechend sind auch die Erwartungen an die Einzelne beziehungsweise den Einzelnen – besondere Schonräume sind nicht vorhanden. Allerdings werden der Betrieb und die Arbeit so organisiert, dass Einschränkungen, die sich aus einer Behinderung ergeben, berücksichtigt werden. Über alldem steht die Leitlinie, dass im Betrieb human und solidarisch miteinander umgegangen wird.

Dort, wo besondere Unterstützung (technisch oder psychosozial) gefragt ist, wird sie auch geleistet. Dies kann bedeuten, dass Arbeitsplätze eine ganz besondere Ausstattung erhalten, dass Arbeitsprozesse für jede beziehungsweise jeden Einzelnen passend gegliedert werden oder die Arbeit so organisiert wird, dass in guten Phasen viel und in schlechten Phasen weniger gearbeitet wird. Am Ende aber muss das Ergebnis hinsichtlich Qualität und Menge immer stimmen.

Es gelten viele Bedingungen, die in der Wirtschaft üblich sind: Freie Stellen werden durch Ausschreibung und Auswahlverfahren besetzt, die Bereitschaft zu einer gewissen Flexibilität und zum Erlernen neuer Fertigkeiten werden vorausgesetzt und es gibt häufig ein Zusammenspiel von stressreicheren und stressärmeren Arbeitssituationen.

Internet

Bundesarbeitsgemeinschaft der Intergationsfirmen: www.bag-integrationsfirmen.de

Suche

Derzeit befinden sich keine Produkte im Warenkorb.