Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie
Dachverband
Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker
Psychiatrie Verlag

Das Bundesteilhabegesetz und seine Folgen

Von dem Deutschen Verein als parteiübergreifendem Sachwalter in Sachen Sozialpolitik und Sozialfürsorge erwartet die Fachöffentlichkeit schnelle Information zu wichtigen Änderungen in der Sozialgesetzgebung. So natürlich auch zu dem Bundesteilhabegesetz (BTHG), das die Autoren als eines der größten sozialpolitischen Reformvorhaben der großen Koalition bezeichnen. Der vorliegende Text stellt eine erste Publikation des Deutschen Vereins zum Thema dar. Zum wichtigen praxisrelevanten Thema der Steuerung, das erfreulicherweise knapp und ohne komplizierte juristische Exegese abgehandelt wird.

Handlungsoptionen

Die Autoren stellen die Handlungsoptionen der Akteure im sozialrechtlichen Dreieck ins Zentrum ihrer Untersuchung: Leistungsempfänger, Leistungsträger und Leistungserbringer. Am Schluss des einleitenden Kapitels stellen sie fest, dass das BTHG die drei Akteure nicht nur mit einem neuen rechtlichen Rahmen konfrontiert, sondern sie auch dazu zwingt, bestehende Rollen und Funktionen zu überprüfen und anzupassen. Entsprechend dem gesetzlichen Impetus stellen sie die Steuerungsfunktion der Leistungsträger in den Vordergrund und formulieren nach der Darstellung deren Veränderungen durch das BTHG sechs Thesen.

Nachdem die Perspektive der Leistungserbringer und der Leistungsempfänger/-innen in dem veränderten Steuerungsprozess in jeweils einem Kapitel herausgearbeitet wird, erfolgt eine Darstellung der Auswirkungen auf das Casemanagement, um im Abschlusskapitel den strategisch-organisatorischen Umgang mit dem Wandel aus Sicht der drei Akteuren herauszuarbeiten. Den Empfängerinnen und Empfängern von Leistungen wird insbesondere empfohlen, die Möglichkeiten des Peer-Counseling im Rahmen der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung zu nutzen.

Ein sehr zu empfehlendes Werk zu einem wichtigen Aspekt des BTHG, das klar aufgebaut, verständlich geschrieben und trotz der Kürze höchst anregend ist.

Michael Konrad in Psychosoziale Umschau

Letzte Aktualisierung: 29.07.2017