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Psychiatrie Verlag

Ben is Back

Ab und zu hat man es in der Presse gelesen: Das Schmerzmittel OxyContin hat in den USA eine Drogenepidemie ausgelöst. Betroffen sind Menschen aus allen Schichten - wie der 19jährige Ben in diesem überaus spannenden und bestürzenden Spielfilm aus den USA. Julie Roberts brilliert hier wieder einmal im ständigen Wechsel zwischen dem waidwunden Blick der liebenden Mutter, und der verbissenen Kämpferin, die den Rest ihrer Familie schützen will.

Ben ist eigentlich in einer Einrichtung zum Drogenentzug, doch nun steht er ausgerechnet an Weihnachten plötzlich im Vorgarten. Während Mutter Holly zu ihm stürzt und ihn in ihre Arme schließt erstarren Schwester und Stiefvater. Zu groß ist der Schaden, den er hinterlassen hat. Nur die beiden kleinen Geschwister freuen sich, dass der große Bruder wieder zuhause ist. Was nun? Drogentest, Überwachung rund um die Uhr, hektische Absprachen, trotzdem Normalität heucheln mit letzten Einkäufen und Kirchgang.

Überall lauern in der anscheinend heilen Welt des kleinen Städtchens kriminelle Kontakte, Dealer und Junkies, - Ben war offenbar gut vernetzt. Er besteht darauf, sofort ein Meeting der AA aufzusuchen; ein Signal, das die Mutter positiv deutet. Es ist kaum auszuhalten, wie Julia Roberts ihre Figur dramatisiert: Sie lächelt über beide Ohren, gleichzeitig belauert sie Ben, der sich bessern will, aber dem Suchtdruck scheinbar wehrlos ausgeliefert ist. Ben ist ein kleiner kranker Junge und ein Monster, der Feind im eigenen Haus.

Eltern suchtkranker, drogenabhängiger Söhne und Töchter kennen diese brisante Mischung aus Liebe und Misstrauen bis ins kleinste Detail. Vermutlich wird sie dieser Film aber genauso aus der Fassung bringen wie alle anderen auch.

Ilse Eichenbrenner

Letzte Aktualisierung: 18.01.2019