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Die Goldfische

„Die Goldfische“ ist der Titel eines deutschen Spielfilms, den Akkreditierte am Rande der Berlinale (in der Reihe „Lola“) vorab besichtigen konnten. Nach der Vorstellung gab es ein Gespräch mit dem Regisseur und den Darsteller*innen Tom Schilling, Jella Haase, Axel Stein und Kida Khodr Ramadan bei dem deutlich wurde, dass die Schauspielerriege einen unglaublichen Spaß bei den Dreharbeiten gehabt haben muss. Aber hat ihn auch der Zuschauer?

Tom Schilling verkörpert Oliver, einen Investmentberater, der auf der Überholspur durchs Leben und auf der Autobahn rast und scheitert. Nach einem gewaltigen Crash sitzt er in der Reha im Rollstuhl. Auf der Suche nach einem besseren WLAN gerät er an die Wohngruppe „Die Goldfische“. Dort arbeitet die frisch gebackene Sonderpädagogin( Jella Haase) mit ihrem Assistenten und einem Dreamteam von Menschen mit Behinderung. Da ist die junge Frau mit Down-Syndrom, der stumme Autist, die Alkoholabhängige Blinde, und der junge Mann mit Zwangssyndrom.

Sie sind sehr verschieden, aber alle träumen von einem besseren Leben. Oliver hat noch eine Menge Schwarzgeld in Zürich deponiert, das er mit Hilfe der „Goldfische“ in Sicherheit bringen will. Er organisiert einen Ausflug mit dem Behindertenbus zur Kameltherapie in die Schweiz, um so ganz nebenbei sein Geld zu schmuggeln. Man ahnt schon, dass Peinlichkeiten, Pannen und spöttisches Gelächter den Trip dieser furiosen Crew begleiten. 

Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr unterschiedlich. Wer sich erfreut an Situationskomik, Quatsch und Blödsinn wird hier bestens bedient. Gelacht werden darf schlichtweg über alles und alle, und am  lautesten lachen die behinderten Goldfische über sich selbst. Der Film ist perfekt geeignet für einen gemeinsamen Kinobesuch mit der Wohngruppe – na ja, Betreuer  dürfen auch mit.  

Ilse Eichenbrenner

Letzte Aktualisierung: 21.02.2019