Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
Dachverband Gemeindepsychiatrie
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
Psychiatrie Verlag

Die perfekte Katze

Mina und Kian sind ein arrangiertes Paar. Beide stammen aus dem Iran. Kians Eltern sind nach Deutschland ausgewandert, er ist hier aufgewachsen, doch ist er wirklich integriert? Er arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus und möchte endlich eine Familie gründen. Doch seine Verabredungen bleiben erfolglos. Die Familie empfiehlt eine arrangierte Ehe und knüpft entsprechende Verbindungen. Gespräche werden geführt, schließlich findet sich Mina als mögliche Partnerin. Kian fliegt nach Teheran und holt Mina, eine Ingenieurin, zu sich nach Deutschland.

Sie wollen es versuchen, haben große Erwartungen. Sie kennen sich nicht, sie sind nicht verliebt, und tasten sich sehr vorsichtig aneinander heran. Sie beziehen gemeinsam ihre erste, noch karg möblierte Wohnung. Sie sind sich fremd, sie bewegen sich beide steif in dieser neuen Umgebung. Kian geht wieder arbeiten, Mina langweilt sich zuhause. Sie macht erste Spaziergänge in der neuen Stadt, lernt im Schwimmbad andere junge Frauen kennen. Sie kauft eine Katze, die definitiv einen Defekt hat.

Als „running gag“ wird die zerzauste Katze ein wichtiges Element der Handlung. Eines Tages kauft sich Mina eine verwegene Jacke und geht mit den neuen Freundinnen in einen Club. Kian ist irritiert und erbost, aber immerhin kommt nun Dynamik in die Beziehung. Der Film beobachtet ruhig und genau. Manchmal friert man beim Zuschauen, manchmal muss man zusammen mit dem frisch getrauten Pärchen über die defekte Situation lachen.

Ilse Eichenbrenner

Letzte Aktualisierung: 05.03.2018