Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
Dachverband Gemeindepsychiatrie
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
Psychiatrie Verlag

Never Rarely Sometimes Always - Niemals selten manchmal immer

Die amerikanische Regisseurin Eliza Hittman greift ein weltumspannendes Frauenthema auf. Die siebzehnjährige Autumn ist ungewollt schwanger. Ihre Familie darf nichts wissen. Für eine Abtreibung fährt sie per Linienbus gemeinsam mit ihrer Cousine nach New York, denn in ihrer Heimat Pennsylvania würde sie die Zustimmung ihrer Eltern benötigen. Weil sie schon in der 18. Schwangerschaftswoche ist, kann die Abtreibung nach einer vorbereitenden Behandlung erst am nächsten Tag durchgeführt werden. Eine Sozialarbeiterin führt ein ausführliches Beratungsgespräch, ein ganzer Fragenkatalog muss nun abgearbeitet werden.

Ausgesprochen behutsam stellt die Sozialarbeiterin Autumn Fragen zu ihrem Gesundheitszustand, ihrer Sexualität. Immer gibt es die vier titelgebenden Auswahlmöglichkeiten: niemals, selten, manchmal, immer. Die letzte Frage lautet: Warst du je mit sexueller Gewalt konfrontiert? Never, rarely, sometimes, always. Die Kamera konzentriert sich ganz auf das Gesicht von Autumn, die leise aber bestimmt antwortet. Die Sozialarbeiterin weist auch auf mögliche Unterstützung hin. Doch Autumn meint, sie komme alleine zurecht.

Die beiden Mädchen haben nur wenig Geld; irgendwie überstehen sie gemeinsam die Nacht, und schließlich übersteht Autumn auch den Eingriff. Die beiden jammern nicht, sondern schlagen sich gemeinsam durch. Ein großer, berührender Filmmit herausragenden Darstellerinnen, der mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Ilse Eichenbrenner in Soziale Psychiatrie

Letzte Aktualisierung: 09.03.2020