Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
Dachverband Gemeindepsychiatrie
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
Psychiatrie Verlag

The best thing you can do with your life

Die junge Filmemacherin Zita Erffa ist mit ihren Eltern und Geschwistern immer wieder umgezogen. In vielen Ländern hat sie schon gelebt, sie spricht viele Sprachen. Die Sommer haben die Geschwister und viele Freunde, alle aus besseren Kreisen, in christlichen Camps verbracht, organisiert von den „Legionären Christi“. Das war zwar schön, aber niemals wollten sie so leben, wie diese Priester, da waren sich die Geschwister einig.

Doch plötzlich entschied Bruder Laszlo, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hat, sich den Legionären Christi anzuschließen. 8 Jahre lang durfte die Familie nur einmal jährlich Kontakt zu ihm haben. 12 Jahre insgesamt dauert die Ausbildung zum Priester. Nun erhält sie im Zuge von Missbrauchsvorwürfen gegen den inzwischen verstorbenen Gründer der Sekte plötzlich eine Drehgenehmigung. Sie fliegt nach Connecticut. Die Gemeinschaft will sich auch den Medien gegenüber öffnen und zeigen, dass alles in bester Ordnung ist. Bruder und Schwester begegnen sich, sind aufgeregt und ungeheuer verlegen.

Die Kamera beobachtet Vorträge und Gebete, die tägliche Hausarbeit, die Gottesdienste und Gesänge und ein Fußballspiel. Viele der jungen Männer stammen aus den USA und wurden von ihren Eltern bereits in apostolische Schulen gesteckt - ihr Weg war also vorgezeichnet. Andere sind aus unterschiedlichen Ländern gekommen, um ein Legionär Christi zu werden. Es wird vor allem englisch gesprochen, aber auch spanisch. Armut, Zölibat, strengste Regeln machen den Bruder glücklich. Er lacht vielleicht ein wenig zu viel. Er versucht seine Entscheidung zu erklären, sie versucht vorsichtig zu verstehen, obwohl sie noch immer enttäuscht und schockiert ist. Eine fremde Welt, ein unterworfenes Leben in festen Bahnen, in ständiger Gemeinschaft und innerlicher und äußerlicher Uniformität.

Dieser Dokumentarfilm lief bei der 68. Berlinale in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“. Er gewährt einen Blick in eine sehr fremde, sonst hermetisch abgeschlossene Welt. Mag sein, dass er den Weg in unsere Kinos findet. Bis jetzt ist kein Termin für einen Kinostart bekannt.

Ilse Eichenbrenner

Letzte Aktualisierung: 05.03.2018