Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
Dachverband Gemeindepsychiatrie
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
Psychiatrie Verlag

Gegen Vorurteile – gegen das Vergessen

"Vielfalt und Toleranz in einer offenen Gesellschaft"

Wir – die Verbände im Kontaktgespräch Psychiatrie – wollen der psychisch erkrankten und ermordeten Opfer des Nationalsozialismus auch in diesem Jahr gedenken und an die Folgen der menschenverachtenden Ideologie, Politik und Taten der NS-Diktatur auf das Leben und Leiden von Menschen mit einer psychischen Erkrankung und von deren Angehörige erinnern sowie die Ursachen dafür beleuchten.

Darüber hinaus ist es unerlässlich, die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung in den Blick zu nehmen. Fundamentalistische politische und religiöse Entwicklungen stellen den liberal-demokratischen Rechtsstaat vor große Herausforderungen. Auch die Belastungen der Coronapandemie spülen irrationale, antidemokratische Ansichten an die Oberfläche und lösen tiefgreifende gesellschaftspolitische Debatten aus.

Hingegen zeichnet sich eine offene Gesellschaft aus unserer Sicht vor allem durch folgende Punkte aus: Sie

  • ist einer demokratischen, rechtstaatlichen Verfassung verpflichtet,
  • strebt die soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für alle Bürger*innen an,
  • fördert die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen, unabhängig von allen Arten der Beeinträchtigung,
  • ist selbstreflexiv und sucht den Dialog – auch mit Andersdenkenden.

Gerade für Menschen in prekären und häufig von Ausgrenzung geprägten Lebenslagen bedeutet eine offene Gesellschaft eine unverzichtbare Grundlage für eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Doch in der deutschen Gesellschaft werden Menschen mit psychischen Erkrankungen, mit Behinderungen, Beeinträchtigungen, Fluchterfahrungen, wohnungslose Menschen oder Menschen, die sich bspw. kommunalpolitisch engagieren nicht selten zur Zielscheibe rechter und auch religiös verbrämter Gewalt. Diese Entwicklung fordert die Zivilgesellschaft heraus, d.h. jede und jeden von uns als Bürger*in, als sozialpsychiatrisch Tätige wie auch unsere Verbände und Organisationen.

Es geht uns darum, Vergangenheit und Gegenwart in Beziehung zueinander zu setzen. Wie machten sich antidemokratische Entwicklungen damals bemerkbar und womit haben wir es heute zu tun? Vor allem aber: Was können wir gemeinsam tun, um die Voraussetzungen einer offenen Gesellschaft zu sichern?

Die Online-Veranstaltung "Gegen Vorurteile – Gegen das Vergessen" will dazu beitragen, die Diskussion um eine offene, demokratische und sozial gerechtere Gesellschaft gegen die Infragestellung durch und Angriffe von Personen und (politischen) Organisationen zu fördern und zu stärken.

Letzte Aktualisierung: 25.05.2021